Der französische Rüstungsindustrielle Serge Dassault, ein Freund des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (UMP), hat am Donnerstag wissen lassen, dass er sich nicht mehr am Rennen für die Übernahme der Tageszeitung "Le Parisien" und deren nationaler Ausgabe "Aujourd'hui en France" beteiligen werde. Die Ende September bekanntgewordene Übernahmeabsicht Dassaults, der bereits das konservative Blatt "Le Figaro" besitzt, hatte großes Aufsehen erregt.

Altpremier Dominique de Villepin (UMP), der politische Erzfeind Sarkozys, hatte sogar eine Gesetzesänderung gefordert, um die Übernahme durch Dassault zu verhindern. Das sei nicht nötig, er ziehe sich aus dem Rennen zurück, ließ der Großindustrielle, der auch Senator der Präsidentenpartei UMP ist und zu den 100 reichsten Männern der Welt zählt, mittels seines Beraters Rudi Roussillon wissen.

"Le Parisien" wurde von der Gruppe Amaury, die auch Inhaberin der Sporttageszeitung "L'Equipe" ist, für 200 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Unter den Interessenten befinden sich der Industrielle Vincent Bollore, ebenfalls ein Freund von Sarkozy, sowie die Stiftung Capital, Ableger der belgischen Gesellschaft Rossel. "Le Parisien" und "Aujourd'hui en France" erreichen gemeinsam eine Auflage von rund 500.000 Exemplaren am Tag. Das Blatt erreichte im Vorjahr ein operatives Ergebnis von 2,74 Millionen Euro. Der Umsatz betrug knapp 200 Millionen Euro. (APA)