Wir haben viel Lob für unsere vergangene Schwerpunktausgabe zum Altern der Gesellschaft bekommen. Aus Lehrerreaktionen ist zu schließen, dass sich noch einige Schüler mit den Inhalten beschäftigen werden. Wir haben aber auch dieses Zitatwissen aus der Schule mitgenommen: Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. In diesem Fall besteht der Schatten aus einer doppelseitigen Grafik, in die sich bei hektischer Endfertigung einige Fehler eingeschlichen haben.

Die Angabe, auf der Erde lebten 51 Menschen pro m2, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Das hieße, wir kommen nach Hause und im Schlafzimmer stehen hunderte Menschen herum - und das Gedränge, das dann in einer U-Bahn herrschte, will sich gewiss niemand mehr vorstellen. Die richtige Bezugsgröße nimmt die Angst: 52,6 Menschen pro km2 wäre richtig gewesen.

Auch etwas anders und viel schlechter als dargestellt verhält es sich mit der Zahl der Arbeitslosen. 25 Millionen weltweit wäre ein beruhigender Wert, es ließe sich über Vollbeschäftigung jubeln. Tatsächlich handelt es sich jedoch um etwa 239 Millionen Menschen.

Außerdem sind ein paar Ziffern auf der Landkarte verrutscht. Da wir noch nicht bis zum Hals im Wasser stehen, können wir davon ausgehen, dass eine Österreich bezeichnende Kennzahl auf der Weltkarte nur zufällig ins Schwarzen Meer rutschte. Das Auftauchen der Kennzahl für Griechenland etwa über Ungarn lässt über tendenziell griechische Budgetprobleme auch dort spekulieren.

Eine echt harte Nuss waren die Grafiken, die Auskunft über die Lebenserwartung der Männer und Frauen in Europa gaben, sowie jene, in der die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit dargestellt war. Wer Zusammenhänge suchte, verzweifelte. Die globalen Zahlen und jene für Europa waren nicht für das gleiche Jahr verfügbar, das macht die Differenz aus. Es ist inzwischen eine korrigierte Version als PDF-Datei verfügbar, E-Mail an die Redaktion genügt.

Ein Sprachklassiker, sozusagen eingeschlepptes RTL-Deutsch, ist auch wieder aufgetaucht. Großbritannien habe im Frühjahr kurz vor dem Bankrott gestanden, schrieben wir. Der Inhalt des Geständnisses ist leider unbekannt, das Königreich sei am Abgrund gestanden, sagte Finanzminister George Osborne sinngemäß. (Otto Ranftl, Lesebeauftragter/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31.10./1.11.2010)