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Den Kölnern beginnt der Knopf aufzugehen: Podolski freut sich mit Tripplepacker Milivoje Novakovic.

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Marko Arnautovic findet seinen Meister in Nürnberg-Keeper Raphael Schäfer.

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Köln - Werder Bremen und Hamburger SV bleiben in der deutschen Bundesliga im Mittelmaß stecken. Die Hamburger unterlagen am Samstag bei Nachzügler 1. FC Köln nach einer Galavorstellung des Dreifach-Torschützen Milivoje Novakovic mit 2:3 (2:2) und kassierten nach dem 2:5 im Cup gegen Frankfurt die zweite Niederlage in Serie. Ebenso wie Werder, das vier Tage nach dem unglücklichen Pokal-Aus beim FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg eine 2:3 (1:1)-Pleite einstecken musste.

Der HSV fiel damit nach der zehnten Runde auf Rang acht der Tabelle zurück und hat bereits neun Zähler Rückstand auf den Tabellenführer aus Mainz (24), der am Sonntag am Bruchweg den direkten Verfolger Borussia Dortmund (22) empfängt. Neuer Dritter ist nun Eintracht Frankfurt. Die weiterhin überraschend stark auftretenden Hessen (Ümit Korkmaz nicht im Kader) gewannen vor allem dank der Saisontore acht und neun von Theofanis Gekas 3:1 (1:1) beim FC St. Pauli. Werder (14) rutschte auf Platz elf ab und hat nun einen Zähler weniger auf dem Konto als Titelverteidiger Bayern München (je 15), der am Freitag den SC Freiburg 4:2 bezwungen hatte.

Dabei war für Werder nach dem frühen 1:0 durch Hugo Almeida eigentlich alles nach Plan gelaufen. Ilkay Gündogan (45., 73.) und U21-Nationalspieler Mehmet Ekici (48.), der sich unter der Woche für eine Zukunft in den Auswahlmannschaften seines Heimatlandes Türkei entschieden hatte, drehten das Spiel aber zugunsten des Clubs. Claudio Pizarro (90.+2) konnte nur noch verkürzen. Sebastian Prödl und Marko Arnautovic (bis zur 79. Minute) standen bei den Verlierern in der Startformation und trugen ihren Teil zur Niederlage bei.

Arnautovic netzt wieder nicht

Die Bremer starteten mit viel Dampf, nach einer Marin-Flanke war Almeida per Kopf zur Stelle und traf zum 1:0 (5.). Danach verabsäumte es Werder aber den Vorsprung auszubauen. Wie auch schon in München fehlte die nötige Effizienz. Im Mittelpunkt stand immer wieder Arnautovic. Bei einem sehr gut angetragenen Freistoß des Österreichers aus rund 20 Metern fehlten nur Zentimeter (22.), eine Minute später ging ein Heber des alleine vor Nürnberg-Goalie Schäfer auftauchenden 21-Jährigen knapp über das Tor (23.). Die vergebenen Chancen rächten sich kurz vor der Pause. Schieber ließ Prödl nach einem Outeinwurf schlecht aussehen, dessen Querpass brauchte Gündogan nur mehr über die Linie drücken (45.).

Unmittelbar nach Wiederbeginn konnte sich Schäfer bei einem weiteren Freistoß von Arnautovic auszeichnen (46.), im Gegenzug gingen die Nürnberger, bei denen Rubin Okotie neuerlich nicht im Kader stand, in Führung. Werders Ersatz-Goalie Mielitz konnte einen Schuss kurz abwehren, Ekici staubte aber zum 2:1 ab (47.). In der Folge riskierten die Bremer alles, gefährlicher blieben aber die Gäste. Nachdem Gündogan nur die Latte und Schieber die Stange getroffen hatten, war der Deutsch-Türke im dritten Versuch schließlich erfolgreich (73.).

Novakovic lässt Geißböcke springen

In Köln feierte Interimstrainer Frank Schaefer nach dem 3:0-Sieg im Pokal gegen Zweitligist 1860 München auch seinen ersten Erfolg in der Liga und bewarb sich damit nachhaltig für eine Weiterbeschäftigung. Nach dem 1:0 durch Milivoje Novakovic (11.) brachten Mladen Petric (15.) und Supertalent Heung-Min Son (24.), der in seinem ersten Bundesliga-Spiel gleich traf, den HSV zunächst in Führung. Erneut Novakovic, unter dem entlassenen Trainer Zvonimir Soldo nur Reservist, sorgte schon in der 29. Minute für den Ausgleich und schließlich in der 84. Minute für den Siegtreffer. Trainereffekt heißt so etwas dann.

Einen Sprung nach vorne auf Platz zwölf machte der VfL Wolfsburg, der den VfB Stuttgart mit 2:0 (1:0) besiegte und damit für die erste Niederlage des neuen VfB-Trainers Jens Keller sorgte. Die Schwaben nähern sich damit wieder dem Tabellenende - bloß das neue Schlusslicht Gladbach (0:3 beim 1. FC Kaiserslautern) steht noch schlechter da.

Edin Dzeko köpfelte in der sechsten Minute das Wolfsburger 1:0, das aber eigentlich Simon Kjaer gebührt hätte. Der Innenverteidiger hatte nach einer Ecke von Diego den Ball unter die Latte gewuchtet. Von da aus sprang der Ball hinter die Torlinie und zurück ins Feld. Schiedsrichter Markus Wingenbach erkannte den Treffer jedoch erst nach der Intervention des Bosniers an. Sein 2:0 war dann eine klare Sache (76.). Martin Harnik war nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Pogrebnjak und Marica über die vollen 90 Minuten für Stuttgart im Einsatz.

Gladbach saniert Lautern

Gladbach hielt in Kaiserslautern lange gut mit, brach dann aber in der Schlussphase ein. Dem FCK gelang damit nach fünf Pleiten und sieben Spielen in Folge ohne Sieg der Befreiungsschlag. Mit einem Traumtor aus der Distanz hatte Christian Tiffert (71.) die Gastgeber in Führung geschossen, bevor Adam Nemec (85.) und Srdjan Lakic (88.) mit seinem sechsten Saisontreffer die Negativserie beendeten. Die beiden Österreicher Clemens Walch (ab der 86. Minute) und Erwin Hoffer (ab der 90. Minute) kamen nur zu Kurzeinsätzen.

Die Krise des FC Schalke 04 nimmt immer bedenklichere Züge an. Das Team von Trainer Felix Magath verlor gegen Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:0) und blieb damit auch im fünften Heimspiel der Saison ohne Sieg. Leverkusens Joker Sidney Sam (65. Minute) besiegelte mit seinem Treffer die Pleite der Schalker, die mit nur sechs Punkten aus zehn Partien auf dem vorletzten Platz rangieren.

Am Sonntag treffen im Spiel nach dem Schlager in Mainz um 17.30 Uhr (Sky und Liga total!) die Verfolger 1899 Hoffenheim und Hannover 96 aufeinander. (sid/APA/rob)