Linz - Die großen Parteien starten ihren Wahlkampf im August, der Vorwahlkampf zu den oberösterreichischen Landtags- und Gemeinderatswahlen am 28. September hat aber bereits eingesetzt.

"Wir streben eine klare Mehrheit für die VP an, also 45 Prozent plus, allerdings kann man noch keine seriösen Prognosen abgeben", erklärt Michael Strugl, VP-Landesgeschäftsführer. Die Volkspartei plant einen Intensivwahlkampf von vier Wochen. Es werde, vergleichbar mit der Dr.-Joe-Kampagne im Jahr 1997, wieder eine eigenständige Jugendaktion geben. Spitzenkandidat ist Landesparteiobmann und Landeshauptmann Josef Pühringer.

Bei den Themen will die VP vor allem mit der Standortqualität von Oberösterreich punkten. Schlagworte sind dabei die EU-Erweiterung, die Umweltpolitik, Arbeitsplatzsicherung, Wettbewerbsvorteile und die "soziale Wärme" im Land ob der Enns.

Die SPÖ setzt mit ihrem Spitzenkandidaten Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider zurzeit vor allem auf Bundesthemen. Vergangene Woche präsentierte der SP-Chef sein Pensionsvolksbegehren. Bei den Gemeinderatswahlen gibt es rote Frauenpower. "Noch nie konnte eine derart hohe Präsenz von Frauen (46,7 Prozent) auf der Gemeinderatsliste der SPÖ erreicht werden", erklärte Franz Dobusch, Bürgermeister von Linz, der die rote Hochburg auch im Herbst erfolgreich verteidigen möchte.

Die oberösterreichischen Freiheitlichen gehen mit Günther Steinkellner, FP-Landesparteiobmann und Frauenlandesrat, ins Rennen. Auf einer Plakatserie wirbt er mit zwei Kindergartenkindern für eine Bezahlung des Kindergeldes bis zum sechsten Lebensjahr. Steinkellner: "Unsere Zielvorstellung sind 15 Prozent."

Grüne wollen aufholen

Die Grünen wollen mit ihrem Spitzenkandidaten Rudi Anschober die "VP-Allmacht" verhindern. "Wir wollen den 16-Prozent-Rückstand zur FP bei der vergangenen Wahl möglichst aufholen", legt sich Anschober die Latte hoch. Anders als 1997 werden die Grünen diesmal in ganz Oberösterreich mit Kandidaten antreten. Neben Kernthemen, wie Transit, Klima- und Hochwasserschutz sowie Antiatom-Politik, wollen sich die Grünen vor allem mit demokratiepolitischen Forderungen positionieren.

Auch die KPÖ kandidiert diesmal flächendeckend und stellt sich der Wahl mit den Themen Neutralität, Sozialstaat und öffentliches Eigentum. Spitzenkandidat ist KP-Landesvorsitzender Leo Mikesch.

Bei den vergangenen Landtagswahlen kam die ÖVP auf 42,69, die SPÖ auf 27,03, die FPÖ auf 20,63 und die Grünen auf 5,78 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Landtag besetzt die ÖVP 25 Mandate, die SPÖ verfügt über 17 Sitze, die FPÖ über zwölf und die Grünen über drei. In der Landesregierung hat die VP vier, die SP drei und die FP zwei Sitze.(Sonja Frank, Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.5.2003)