Basel - Um im europäischen Regionalflugverkehr mit der neuen Tochterfirma gegenüber anderen Billigairlines konkurrenzfähig zu sein, sollen die Kosten beim Swiss Express um 20 Prozent gesenkt werden.

Swiss Express soll mit dem Winterflugplan 2003/2004 den Betrieb aufnehmen und für die Muttergesellschaft Swiss Zubringer- und Nischenflüge ausführen. Swiss selbst werde eine Premium-Airline bleiben, sagte Swiss-Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw. Zugleich bezifferte er die liquiden Mittel zum Quartalsende mit 861 Mio. Schweizer Franken (570 Mio. Euro). Bis zum Jahresende rechnet die Swiss auch ohne neuen Betriebskredit (die Banken lehnen weitere Kreditzusagen ab) mit einer Liquidität von rund 500 Mio. Franken. "Ein Grounding ist kein Thema, die Swiss hat ausreichend Liquidität" so Bouw. Es gebe keine Pläne für eine weitere Netzwerkreduktion in diesem Sommer.

Steigende Nachfrage erwartet

Für die Sommermonate erwarte Swiss eine steigende Nachfrage und eine bessere Auslastung der Kapazitäten. Anpassungen bei den Kapazitäten im Mittel- und Langstreckenbereich seien deshalb frühestens im Winterflugplan 2003 nötig. Allerdings rechnet Swiss nun im Gegensatz zu früheren Wachstumsprognosen für heuer mit einer Umsatzstagnation. Schwarze Zahlen werden erst für 2005 erwartet.

Mit den nun vorgelegten Plänen geht Swiss wieder auf die Struktur der Swissair zurück. Diese hatte sich auf den Fernverkehr konzentriert und sich im Europageschäft weit gehend auf die damalige Regionalfluggesellschaft Crossair und andere Fluglinien im angrenzenden Ausland abgestützt, an denen sich Swissair beteiligt hatte. Nach dem Zusammenbruch der Swissair im Herbst 2001 wurde mit 2,7 Mrd. Franken des Staates und der Banken aus der Crossair und Teilen der Swissair die Swiss gegründet.

Zu groß

Die Swiss leidet unter den Folgen der schwachen Konjunktur, des Irakkrieges und Sars. Kritiker halten die Fluggesellschaft gemessen an dem relativ kleinen Schweizer Markt für zu groß und fordern einen drastischen Kapazitätsabbau. Die kolportierte Zahl, wonach Swiss im ersten Quartal einen Verlust von 300 Mio. Franken erzielte, sei aber deutlich zu hoch, hieß es. Erst im Februar kündigte Swiss ein Sparprogramm an, das die Stilllegung von 20 von damals 130 Maschinen und den Abbau von 700 Stellen vorsah. Flugzeugkäufe wurden verschoben.

Im Vorjahr erzielte die Swiss, die im April den Betrieb aufnahm, bei einem Umsatz von rund 4,3 Mrd. Franken einen Verlust von 980 Mio. Franken. Demnächst ist ein Kapitalschnitt geplant, der der Generalversammlung nächste Woche zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. (Reuters)