Nach Verlusten in den Jahren 2008 und 2009 will das Tourismusportal Tiscover im laufenden Jahr den Turnaround schaffen. Während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2009 bei minus 1,1 Mio. Euro (2008: minus 1,6 Mio.) lag, erwartet das Unternehmen 2010 ein "ausgeglichenes" operatives Ergebnis, erklärten die Tiscover-Geschäftsführer Matthias Grundböck und Konrad Plankensteiner am Dienstag in Innsbruck vor Journalisten. Die Umstellung des Geschäftsmodells von Fixkosten für Unterkünfte auf ein Provisionsmodell habe einen Ausfall von 2,7 Mio. Euro jährlich mit sich gebracht.

"Für dieses Jahr erwarten wir uns 7 Mio."

Dieser Schritt sei aber notwendig gewesen. Denn das reine Transaktionsmodell, bei dem die Unterkunft pro erfolgreicher Buchung eine Provision von 12 Prozent an Tiscover entrichte, sei das einzige Modell, das langfristig mit dem Markt mitwachsen könne, argumentierte Plankensteiner. Es sei zudem das fairste Modell für die Unterkünfte, da nur nach erbrachter Leistung bezahlt werde. 2009 erzielte Tiscover einen Umsatz von 7,1 Mio. Euro (2008: 7,3 Mio. Euro). "Für dieses Jahr erwarten wir uns 7 Mio.", sagte er. Damit sei der Ausfall durch den Relaunch von 2,7 Mio. Euro kompensiert worden.

Der Online-Tourismus wachse nach wie vor rasant, während der Tourismus insgesamt in Österreich auf sehr hohem Niveau stagniere. "Die Buchungen im Online-Segment stiegen laut Statistik Austria im vergangen Jahr um 20 Prozent", erläuterte Grundböck. Tiscover habe bei der Buchungsentwicklung einen Anstieg um 68 Prozent verzeichnet, im Jahr davor wuchs dieser Bereich um 45 Prozent. Damit sei man deutlich stärker als der Markt gewachsen.

Reiserücktrittsversicherung

Für die Zukunft sei eine und der Ausbau der Mehrsprachigkeit des Portals geplant. Vor dem Winter sollen unter anderem italienische und niederländische Sprachversionen verfügbar sein. Zudem möchte das Unternehmen das Themenangebot erweitern. Derzeit vermarkte Tiscover Beherbergungsbetriebe in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien. 2011 soll das Angebot auf Slowenien und Frankreich ausgedehnt werden, um die gesamte Alpenregion abzudecken. Darüber hinaus hege man aber keine Wachstumsambitionen, versicherte Grundböck.

Tiscover gehört seit zwei Jahren zu hundert Prozent der in Köln ansässigen HRS-Hotel Reservation Service der Familie Ragge. Die Zahl der insgesamt abgewickelten Buchungen werde gemäß der Firmenpolitik des Familienunternehmen HRS nicht bekanntgegeben. Das Urlaubsportal bietet nach eigenen Angaben über 25.000 buchbare Unterkünfte im Alpenraum. Tiscover wurde 1991 in Innsbruck gegründet. (APA)