Wien - Nach zwei Wochen Filmfest konnte Viennale-Direktor Hans Hurch in der Abschlusspressekonferenz den gefühlten Dauerausnahmezustand vor und in Kinosälen auch in harten Zahlen festmachen: Die Viennale 2010 vermeldete eine neuerlich leicht gestiegene Zuschauerzahl (96.300 gegenüber 94.800 im Vorjahr).123 der 351 Kinovorstellungen seien ausverkauft gewesen - als überraschender Publikumsmagnet habe sich dabei das Tribute für den US-B-Movie-Meister Larry Cohen erwiesen sowie das Silent Masters Special, bei dem österreichische Stummfilme aus den 1920er-Jahren auf (elektro-)musikalische Vertonung trafen.

Prämierte Zombies

Weiters wurden die Auszeichnungen bekannt gegeben, deren Überreichung traditionell im Rahmen der Abschlussgala - diesmal mit dem Spielfilmdebüt Alamar von Pedro González-Rubio - stattfindet: Der Wiener Filmpreis in der Sparte Spielfilm wurde Marvin Kren für seine charmante Zombiefilmvariation Rammbock zuerkannt, die aus diesem Anlass ab Freitag nochmals in die Kinos kommt. Zum besten Dokumentarfilm kürte die fünfköpfige Jury Hüseyin Tabaks Kick Off, der österreichische Fußballer zum Homeless World Cup begleitet. Der Preis des internationalen Filmkritikerverbandes Fipresci ging an die rumänisch-österreichische Koproduktion Periferic von Bogdan George Apetri.

Die Standard-Leserjury zeichnete Marwencol von Jeff Malmberg aus und empfiehlt den Dokumentarfilm über eine ungewöhnlich kreative Form von Traumabewältigung damit für den regulären Kinoeinsatz. Eine lobende Erwähnung wurde für Gianfranco Rosis Interview mit einem Ex-Killer, El Sicario, Room 164, ausgesprochen. (Isabella Reicher/ DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2010)