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In Mumbai werden die Straßen für den Indien-Besuch von Barack Obama renoviert. Tausende Arbeiter streichen die Randsteine.

Foto: APA/EPA/Divyakant Solanki

Die Preisschlacht zwischen AUA und Niki wird ab dem Sommerflugplan weiter verschärft. Die AUA weitet Barcelona aus, zulasten von Rom. Nach zweijähriger Pause fliegt die AUA jetzt wieder nach Mumbai.

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Mumbai/Wien - Die AUA hat zwar die Überlegung verworfen nach Palma zu fliegen, heizt aber ab dem Sommerflugplan 2011 die Preisschlacht auf den Routen, die auch Niki Laudas Fluglinie Niki anfliegt, weiter an. Palma auf Mallorca ist das Drehkreuz der Air Berlin und auch die "Rennstrecke" von Niki. Was Palma für Niki und Air Berlin ist, ist Bangkok für die AUA: die bei weitem profitabelste Langstrecke.

Statt Palma wird nun Barcelona verstärkt: Drei- statt bisher zweimal täglich wird die spanische Metropole künftig angesteuert, bestätigte ein AUA-Sprecher dem Standard. Offen ist noch mit welchem Gerät: einer Boeing 737 oder dem Airbus 320.

Im Gegenzug wird ein Flug nach Rom gestrichen. Das ist insofern interessant, als die AUA erst heuer im März ankündigte, auch auf der Rom-Strecke größere Flieger einzusetzen, um den Billig-Airlines Paroli bieten zu können.

Barcelona ist ebenfalls eine der Strecken, auf der die AUA in Konkurrenz zu Niki fliegt. Ziel der AUA sei es, aus dem katalonischen Raum mehr Passagiere in das eigene Transfernetz zu bekommen, wird seitens der Airline argumentiert. Den massivsten Preiskampf liefern sich beide Airlines auf der Strecke nach Innsbruck, für die die AUA Tickets ab 99 Euro (hin und retour) und Niki ab 29 Euro (oneway) anbietet. Die Strecken nach Belgrad, Bukarest und Sofia sind ebenso heiß umkämpft.

Mumbai im Verbund

Nach zwei Jahre Pause fliegt die AUA jetzt wieder Mumbai an. In die indische Wirtschaftsmetropole flog die noch immer schwer defizitäre Airline bereits zwischen 2005 und 2008 fünfmal wöchentlich - so wie jetzt. Doch mangels Profitabilität wurde die Route eingestellt. Jetzt erhofft sich AUA-Vorstand Andreas Bierwirth durch die Einbindung in den Lufthansa-Konzern mehr Nachfrage.

Weil der Lufthansa-Vertreter die AUA-Flüge vor Ort mitverkauft, bekommt die defizitäre Airline Zugang zu 700 Firmenverträgen der Deutschen. Einen Frontalangriff fuhr AUA-Vorstand Andreas Bierwirth in Mumbai einmal mehr gegen den Wiener Flughafen: Es sei geschäftsschädigend, wenn Ankommende vor allem aus dem arabischen Raum an der Bordellwerbung vom "Babylon" vorbeimüssten. Seitens des Airport hieß es, dass der Vertrag bereits gekündigt wurde - per Juni 2011. Weitere Problemzonen: überfüllte Mülltonnen, das Gepäckband und die teure Austro Control. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2010)