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Der Senn aus Appenzell im Blickpunkt.

Foto: REUTERS/Michael Buholzer

Die interdisziplinäre Vortragsreihe "Kunst - Forschung - Geschlecht" an der Universität für Angewandte Kunst hat sich für das Studienjahr 2010/11 das Thema "Gender in der Populärkultur - interkulturelle Perspektiven" gewählt.

Der nächste Vortrag führt die Konstruktion eines Männerbildes vor Augen: Den "Senn". Referentin Franziska Schürch verfolgt am Beispiel von Appenzeller Volkskunst-Sammlungen, wie sich das Bild der Bauernschaft, insbesondere der Sennen, ihrer Lebens- und Arbeitsweise und ihrer gegenständlichen Welt zum Bestandteil eines kollektiven, bürgerlichen Selbstverständnisses entwickelte und Teil einer gesellschaftspolitischen Diskussion über Freiheit, Männlichkeit und Demokratie im Spannungsfeld von Natur und Kultur wurde.

Die Appenzeller Volkskunst hatte in den letzten 100 Jahren eine wechselvolle Biographie: nach ihrer Entdeckung um 1900 erlebte sie einen Wandel von der Kuriosität, zum wissenschaftlichen Gegenstand und wurde später zum begehrten Kunstgegenstand. Als eigene Kategorie von Volkskunst sind diese Objekte in eine spannende und beziehungsreiche Geschichte eingewoben, in der bürgerliche Sammler, Volkskundler und Museumsleute, die appenzellischen Künstler und die Sennen eine Rolle spielten - dies alles vor dem Hintergrund der Entdeckung des Volkes und der Volkskunst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. (red)