- und zwar in Mode - Inszeniert wurden sie von Andreas Waldschütz und Adia Trischler

Caroline Heider (geb. 1978 in München) lebt als Künstlerin in Wien. Kunst definiert sie mit zwei knappen Sätzen: "Kunst ist Leben. Lebe die Kunst." Ihre Meinung zu Geld: "Über Geld spricht man nicht, das hat man. Hier fehlt es am Humanismus im Kapitalismus." Und was bedeutet ihr Mode? "Mode ist auch Kunst. I love fashion". Und setzt hinter diese Aussage ein dickes Smiley. Heiders aktuelle Ausstellung "Along the lines" wird am 16. November bei Winiarzyk, Eschenbachgasse 7, 1010 Wien eröffnet. Zu unserem Bild hat sie übrigens die Falte beigetragen.

Heider trägt einen Mantel von Marni, Rock und Gürtel von Prada, Schuhe Rochas, Armreif Vintage by Garderobe, Shirt Stylist's own.

Foto: Andreas Waldschütz

Zenita Komad (geb. 1980 in Klagenfurt) ist bildende Künstlerin. Ihr Universum beherbergt Wortsetzer, Lichtbringer, Her- und Ableiter, Empfänger, Übermittler, Fragensteller, Produktiv-die-Stirn-Runzler, Energielieferanten und Immer-zur-Seite-Steher. Kunst ist für sie Transformation, Geld Energie und Mode Ausdruck der Zeit. www.zenita-universe.com

Komad trägt eine Hose von Kris Van Assche, ein Ringelshirt von APC, Schuhe von Tabitha Simmons und Ohrringe Vintage by Garderobe.

Foto: Andreas Waldschütz

Amelie Weinwurm (geb. 1974 in Wien) lebt und arbeitet in Wien. Sie hält sich knapp, wenn es um Definitionen geht. Kunst, sagt sie, ist das "Wissen, was gut ist." Mode sei "ein wichtiges Medium gelebter Vergänglichkeit". Und Geld verbinde bisweilen Mode und Kunst. Ihre nächste Ausstellung findet in der Galerie der Freischaffenden in Wien statt ("Heimat" ab 9. November). www.weinwurm.eu

Weinwurm trägt eine Bluse von Céline, der Rock ist von Louis Vuitton und der Armreif Vintage by Garderobe.

Foto: Andreas Waldschütz

Deborah Sengl heißt die Künstlerin. Geboren ist sie 1974 in Wien. Seit 1995 macht sie Ausstellungen und Ausstattungsarbeiten für Film und Theater. Kunst ist für sie die Möglichkeit, kritische Gedanken über die Welt und unsere Gesellschaft sichtbar zu machen. "In meiner Arbeit geht es um die Kluft zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und dem inneren Antrieb." Geld ist für sie dagegen "kein gutes Gesprächsthema. Geschmack und Selbstsicherheit bekommt man ohnehin nur durch Erfahrung und Konsequenz." Mode schließlich ist "die Verpackung einer inneren Haltung. Im Idealfall unterstreicht der persönliche Stil die Einzigartigkeit eines Menschen."
Aktuelle Ausstellungsbeteiligungen: "Ringturm.Kunst", Sammlung Leopold, Wien, "Walking the dog", Kunsthalle Osnabrück, "Ein Hauch von Eden", Galerie S. Baumgarte, Bielefeld. www.deborahsengl.com

Foto: Andreas Waldschütz

Judith Fegerl (geb. 1977 in Wien) setzt sich in ihrer Arbeit mit der symbiotischen Verbindung von Mensch und Maschine auseinander. Kunst erklärt sie folgendermaßen: "Der Aggregatzustand von Information und Emotion wird verändert, übersetzt und verpflanzt. KünstlerInnen sind Agenten mit der Berechtigung, zu lesen, zu verarbeiten und zu schreiben." Geld ist für sie eine "Variable mit relativem Wert zu ihrem Nutzen". Und beim Wort Mode fällt ihr ein schöner Gedanke der Schauspielerin Marie Bäumer ein: "Weil die Außenhaut mit dem Inneren elektrisch verbunden sein muss." www.judithfegerl.net

Fegerl trägt ein Perspex-Regencape von Clare Geraghty, Schuhe von Prada sowie Leggings und ein Top von Missoni.

Foto: Andreas Waldschütz

Svenja Deininger (geb. 1974 in Wien) studierte in Münster und Düsseldorf. Zu den Worten Kunst, Geld und Mode fallen ihr drei Namen ein, und zwar in dieser Reihenfolge: Timm Ulrichs, Robert Kalina und Hartmann Nordenholz. Ersterer wird gerne als "Totalkünstler" bezeichnet, Zweiterer designt Banknoten in der Österreichischen Nationalbank, und Hartmann Nordenholz schließlich ist ein Modeduo aus Wien. Deininger stellt ab 23. 11. im Wiener Kunstraum Ve.sch aus, Schikanedergasse 11.

Deininger trägt einen Rolli von Schiesser und ein Kleid von Céline.

Fotos: Andreas Waldschütz (waldschuetz.com)
Styling: Adia Trischler (adiatrischler.com)
Make-up: Steffi Lamm (steffilamm.wordpress.com)
Haare: Patrick Glatthaar (patrickglatthaar. blogspot.com)
Fotoassistenz: Marlena König & Thomas Rath
Stylingassistenz: Alice Müller
Bildbearbeitung: Christian Friedrich

Mode von Prada, Louis Vuitton, Kris Van Assche, Vivienne Westwood, Rochas; Missoni (über Missoni, Rauhensteingasse 4, 1010), Tabitha Simmons, Celine und Marni (alles über Chegini Kohlmarkt 7, 1010), Vintage-Schmuck (über Garderobe, Spiegelgasse 19, 1010 Wien), Clare Geraghty (über www.notjustalabel.com/claregeraghty), APC und Schiesser (über Mühlbauer, Seilergasse 5, 1010)

Herzlichen Dank an Stereogram für die Bereitstellung der Möbel (www.stereogram.at), Madame Mohr für ihr Atelier (madamemohr.com), Rosa Mosa (www.rosamosa.com) und natürlich an die tapferen Künstlerinnen, die bereit waren, in andere Rollen zu schlüpfen.

(Der Standard/rondo/05/11/2010)

Foto: Andreas Waldschütz