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Wien - Die Österreicher vererben innerhalb der nächsten Generation - in den kommenden 30 Jahren - mehr als 1 Billion Euro, schätzt Heinrich Weninger, Mitglied der Geschäftsführung der Kathrein Privatbank. In seinem aktualisierten Buch "Vermögen richtig weitergeben" (2. Auflage, Manz Verlag) hat der Autor neben Tipps zum Vererben auch eine Schätzung der Vermögenswerte in Österreich inkludiert.

Derzeit gebe es "leider keine offizielle Statistik", welche Vermögenswerte derzeit in Österreich vorhanden seien, sagte Weninger. Durch die Abschaffung der Vermögenssteuer im Jahr 1993 sei jede einheitliche Aufgliederung verlorengegangen. In Österreich gebe es laut Schätzungen land- und forstwirtschaftliches Vermögen im Umfang von 275 Mrd. Euro, Wohnungsbestand im Wert von 280 Mrd. Euro, Kraftfahrzeuge (16 Mrd. Euro) und Währungsgold (6 Mrd. Euro). Das Finanzvermögen der Haushalte belaufe sich auf rund 440 Mrd. Euro, vor allem in Form von Spar- und Sichteinlagen (201 Mrd. Euro) und Lebensversicherungsansprüchen (65 Mrd. Euro).

Vermögensnachfolge

Pro Kopf erwarten die Österreicher im Durchschnitt ein Erbe von 80.000 Euro, wobei rund zwei Drittel der Bevölkerung darauf hoffen dürfen, zumindest 50.000 Euro zu erben, so Weninger. Wichtig sei es rechtzeitig vorzusorgen, um Fehler zu vermeiden, die unter Umständen den Erblasser viel Geld kosten. Die größten Fehlerquellen seien unter anderem "zu spätes Handeln", "Nichtwissen" und "Unvollständigkeit", so der Buchautor.

Sowohl über das Ableben wie über das eigene Vermögen werde nicht gerne gesprochen. Die Frage der Vermögensnachfolge werde daher gerne auf die lange Bank geschoben. Weninger empfiehlt eine sogenannte "Vorsorgevollmacht", etwa an einen Anwalt oder Notar, um für den Fall eines Unfalls oder einer plötzlich auftretenden Krankheit entsprechende Schritte für die Erbschaft setzen zu können.

Nichtwissen schütze nicht vor nachteiligen Folgen, so der Buchautor: So verfüge zum Beispiel ein langjähriger Lebenspartner ohne Trauschein über keinerlei gesetzliches Erbrecht, auch über keinen Pflichtanspruch und würde im schlimmsten Fall leer ausgehen. Auch uneheliche Kinder, von denen die eigene Familie nichts weiß, genießen dieselben Erbrechte wie eheliche Kinder, so Weninger. (APA)