Wien - Die Liechtenstein-Banktochter der Kärntner Hypo spielte in der Hypo-Affäre, wie mehrfach berichtet, eine zentrale Rolle. Über die Bank mit Sitz in Schaan liefen viele fragwürdige Geschäfte mit diversen Kunden und Anstalten; derzeit wird sie liquidiert. Die Republik (hält 49 Prozent) weiß nicht, wem die Mehrheit gehört.

Dabei stand die Eigenkapitalausstattung des Instituts auf schwachen Beinen. Für die Bilanz 2006 musste sich die Bank von ihrer Kärntner Mutter helfen lassen: Am 28. Dezember 2006 stellten die Klagenfurter den Liechtensteinern eine Bankgarantie "zur Sicherstellung einer ausreichende Eigenmittelausstattung" über 40 Mio. Schweizer Franken aus; umgerechnet rund 25 Mio. Euro. Geltungsdauer: 20. April 2007.

Am 29. März 2007 war der Kapitalbedarf plötzlich nicht mehr so hoch: "Gerne bestätigen wir Ihnen, dass wir mit der Reduktion der Garantie auf 17 Mio. Schweizer Franken einverstanden sind", schrieb Liechtenstein-Banker Leonardo Spagnuolo damals nach Klagenfurt.

Keine drei Wochen später, am 17. April 2007, war die Flaute in Liechtenstein offenbar vorbei. "Nachdem die ausreichende Eigenmittelausstattung der Hypo Alpe Adria Bank Liechtenstein per heutigem Tag auch ohne die ... Garantie gewährleistet ist, entlassen wird die HAA Bank International aus der Haftung der Garantie", ließen die Liechtensteiner Banker Josef Kircher vom Vorstand in Klagenfurt "mit freundlichen Grüßen" wissen".

Zur Erinnerung: Auch die Eigenkapitalausstattung der Klagenfurter Hypo Group war notorisch schwach. Davon zeugen nicht zuletzt die umstrittenen und gerichtsanhängigen Kapitalaufstockungen durch Vorzugsaktionäre auch im Jahr 2006. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.11.2010)