Meldung aus dem Finanzministerium: Die Steuereinnahmen des Bundes sind um 700 Millionen höher als erwartet. 300 Millionen davon werden an die Länder weiterüberwiesen. Die verbleibenden zusätzlichen 400 Millionen gehen gleich wieder für einen erhöhten Staatszuschuss für die Pensionen drauf (u. a. für Hacklerregelung). An eine substanzielle Änderung der Hacklerregelung (Frühpension ohne Abschläge) ist nicht zu denken.

Meldung vom Kongress der Gewerkschaft der Privatangestellten: Die Gewerkschafter verlangen, dass die Einsparungen im Budget, mickrig wie sie sind, rückgängig gemacht werden sollen. Bundeskanzler Faymann lächelt und erklärt, er beharre auf einer Vermögenssubstanzsteuer. Was er nicht sagt, aber denkt, ist, dass man sonst die rasant steigenden Zuschüsse zu den Pensionen nicht mehr finanzieren kann.

Meldung aus dem NÖ-Regierungsviertel: Der Gesundheitsminister Alois Stöger möge sich mit seinem Vorschlag, die Bundesländer bei den Krankenhäusern zur Budgetdisziplin zu verhalten, brausen gehen.

Meldung aus der Justiz: Sämtliche Bankkonten des größten Finanzministers aller Zeiten und Beinahe-Kanzlerkandidaten der ÖVP, Karl-Heinz Grasser, werden wegen Korruptionsverdachts zehn Jahre zurück geöffnet.

Keine Meldung aus dem Finanzministerium: Minister und Vizekanzler Josef Pröll gilt seit einiger Zeit als vermisst. (RAU, DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2010)