Zwanzig Jahre nach dem Zerfall der "Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien" lädt die Alte Schmiede ab heute, Freitag, im Rahmen von "Literatur im Herbst" Schriftsteller, Kulturwissenschafter und Übersetzer zu einer literarischen Klausur unter dem Motto "Jugoslavija revisited" in Wien ein. Was war Jugoslawien und was ist davon geblieben? Welche kulturellen Gemeinsamkeiten stellen Künstler und Intellektuelle aus der krisengebeutelten Balkan-Region heute fest? Den Eröffnungsvortrag hält heute (19.00 Uhr, Theater Odeon) der große bosnische Erzähler Dzevad Karahasan mit Leben zwischen Spiegeln. Über Melancholie. Im Anschluss lesen die kroatischen Autoren Ivana Sajko, Edo Popovic und Svjetlan Lacko Vidulic - und diskutieren mit der Übersetzerin Alida Bremer und Walter Famler (Hg. des Wespennest, das in seiner aktuellen Ausgabe als "Katalog" zur Herbst-Reihe dient) über die "Gedächtnislandschaft" Jugoslawien.

Am Samstag und Sonntag treten dann u. a. Drago Janèar, Franjo Franèiè, Todor Kuljic, Goran Petrovic und László Végel auf. Das vollständige Programm findet sich auf: www.alte-schmiede.at. Eine ausführliche Reportage zum Thema lesen Sie morgen im Album. (ip, DER STANDARD - Printausgabe, 5. November 2010)