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Die Rettungsteams hatten nach den starken Schneefällen mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Ein Alpinpolizist war zwölf Meter in eine Gletscherspalte gestürzt, aber unverletzt geblieben.

Foto: EPA/Anton Riepler

Der Hergang des Bergdramas am Großglockner, bei dem drei polnische Bergsteiger tödlich verunglückt sind, dürfte weitgehend geklärt sein. Die drei Alpinisten sind laut Obduktionsergebnissen erfroren, sagte der Osttiroler Polizeikommandant Silvester Wolsegger und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Jene zwei Todesopfer, die am Mittwoch von Bergrettern gefunden worden waren, dürften sich bei dem Versuch, zu einer nahe gelegenen Schutzhütte zu gelangen, verstiegen haben.

Die drei Verunglückten waren Mitglieder einer fünfköpfigen Gruppe aus der Hohen Tatra, die am Samstag in einer Zweier- und einer Dreierseilschaft zum Gipfel des höchsten Bergs Österreichs (3.798 Meter) aufgebrochen war. Die Zweiergruppe erreichte den Gipfel und stieg nach einer kurzen Wartezeit wegen einer plötzlichen Wetterverschlechterung zur Schutzhütte Adlersruhe ab.

Dreierseilschaft konnte nicht gerettet werden

Die Dreiergruppe, ein 53-jähriger Pole mit seinem 25-jährigen Sohn und dessen 24-jährigen Freund, geriet beim Rückweg vom Glockner-Gipfel beim Kleinglockner in Schwierigkeiten. Vermutlich dürften den Vater die Kräfte verlassen haben. Das sei jedenfalls eine "schlüssige Erklärung" für die weiteren Geschehnisse, betonte Wolsegger.

Der Sohn und sein Freund sicherten den 53-Jährigen. Anschließend dürften sie versucht haben, zur Adlersruhe abzusteigen, vermutlich um Hilfe zu holen. Dabei gerieten sie auf das Lammereis, das nach unten hin steiler wird und schließlich in schroffem Gelände endet. In diesem Bereich dürfte der 24-Jährige abgestürzt sein. "Laut Obduktion erlitt er einen offenen Unterschenkelbruch und Kopfverletzungen, die aber nicht zum Tod geführt haben", erklärte Wolsegger. Gestorben sei er, wie die beiden anderen, an den Folgen einer Unterkühlung.

Die Leichen der seit Sonntag vermissten Polen wurden am Mittwoch von einem Polizeihubschrauber von der 2.600 Meter hohen Unglücksstelle geborgen. Der 53-Jährige war von Bergrettern bereits am Sonntagabend gefunden worden.

Rettungseinsatz "grenzwertig"

Bei der Suche nach den vermissten Alpinisten waren Dutzende Bergretter und Alpinpolizisten sowie mehrere Rettungshubschrauber über vier Tage im Einsatz. Während des Sucheinsatzes herrschte zum Teil Lawinenwarnstufe "4". In dem Gebiet hatte es mehr als einen halben Meter Neuschnee verbunden mit durch orkanartige Böen verursachte Schneeverwehungen gegeben. Die Situation für die Einsatzkräfte sei laut Bergrettern "grenzwertig" gewesen. Das unterstrich auch ein Zwischenfall bei einer der Suchaktionen: Ein Alpinpolizist einer Vierer-Seilschaft war rund zwölf Meter in eine Gletscherspalte gestürzt. Er konnte aber von seinen Kameraden innerhalb kurzer Zeit unverletzt geborgen werden. (APA)