Provo/USA - An der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah staunte man Ende Oktober nicht schlecht, nachdem der Briefträger die tägliche Post abgeliefert hatte. In einem der Pakete lagen zwei in Plastik eingepackte menschliche Schädel - kein Halloweenscherz, wie sich schnell zeigte: Die Schädel waren echt.

Der Hintergrund der Postsendung blieb jedoch unklar: Name und Adresse des auf dem Paket vermerkten Absenders - angeblich aus dem Bundesstaat Montana - konnten von der Polizei nicht verifiziert werden. Ein Verbrechen konnte zwar nicht augeschlossen werden, doch tippte die Polizei eher auf Fundstücke aus historischer Zeit. - Was sich nach einer ersten Analyse bestätigte: Der leitende Archäologe des Staats datierte die Schädel auf die Zeit zwischen 1100 und 1300 unserer Zeitrechnung, wie der Fernsehsender KSL am Freitag berichtete.

Die Polizei vermutet, dass der "Eigentümer" - wie auch immer er an die Schädel gelangt ist - etwaigen Rechtsproblemen entgehen wollte, da der Besitz von historischen Hinterlassenschaften amerikanischer Ureinwohner in Utah kürzlich durch eine Gesetzesnovelle strengeren Regeln unterworfen wurde. Die Schädel sollen nun an Vertreter von Ureinwohnern Utahs ausgehändigt werden, auch wenn ihre genaue ethnische Zuordnung vorerst nicht zu klären war. (red)