Brüssel - Die EU setzt beim Kampf gegen die Bedrohung durch die jüngste Terrorfracht auf mehr Zusammenarbeit und bessere Kontrollen. Bei einem Expertentreffen in Brüssel am Freitag gab es unter Zuschaltung amerikanischer Stellen einen Informationsaustausch über die Entwicklung. Eine eigene EU-Frachtarbeitsgruppe wird am 11. November weiter beraten. Konkrete Beschlüsse gab es bei der achtstündigen Sitzung keine, doch sollen künftig die von einigen EU-Ländern getroffenen Dringlichkeitsmaßnahmen auf Ebene der Europäischen Union stärker koordiniert werden.

Außerdem gehe es darum, geeignete Aktionen gemeinsam mit den betroffenen Drittstaaten zu erarbeiten. Die EU-Kommission will ohne Verzögerung Vorschläge in diese Richtung vorlegen. Bei der Expertentagung vom Freitag unter dem Vorsitz der belgischen Ratspräsidentschaft, EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, und Luftfahrtfachleuten wurde die Situation analysiert. Der größtmögliche Sicherheitslevel könne nur erreicht werden, wenn es zu einem Informationsaustausch auch zwischen den nationalen Behörden im Polizei- und Justizbereich sowie bei der Luftfahrtindustrie komme, hieß es. Auch ein Austausch von Geheimdienstinformationen sowie in der Zusammenarbeit mit den USA sei wünschenswert.

Was konkret die Einschränkung von Frachtflügen aus dem Jemen oder Somalia nach Europa betrifft, mahnten Diplomaten zu Vorsicht. Es sei zu erwarten, dass die Sicherheitskontrollen hier verstärkt werden, doch könne man nicht davon ausgehen, dass in allen anderen beispielsweise afrikanischen Ländern keine Probleme mit dem Terror vorhanden seien. Und bei der Frage nach noch höheren technischen Sicherheitseinrichtungen habe schon Kallas erklärt, dass es keine hundertprozentige Sicherheit geben könne, ein Restrisiko bleibe. (APA)