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Überschwemmungen in dem Küstenort Leogane in Haiti, nachdem der Hurrikan "Tomas" am Freitag westlich vorbeigezogen ist.

Foto: APA/EPA/ANDRES MARTINEZ CASARES

Port-au-Prince - Hurrikan "Tomas" hat bei seinem Zug durch Haiti am vergangenen Freitag größere Verwüstung angerichtet als bisher angenommen. Wie der Zivilschutz am Montag mitteilte, wurden mindestens 20 Menschen getötet, weitere 6.000 Familien des verarmten Karibik-Staats wurden durch Erdrutsche und Überschwemmungen im Gefolge des Wirbelsturms obdachlos. Zunächst war von nur sechs Toten die Rede gewesen.

550 Cholera-Tote

"Tomas" war der erste Hurrikan, der Haiti seit dem verheerenden Erdbeben vom Jänner bedrohte. Regierung und Hilfsorganisationen befürchteten, dass er das Land weiter ins Elend stoßen könnte. Die Halbinsel leidet immer noch unter den Folgen des Bebens und einer Cholera-Epidemie: Hunderttausende leben nach wie vor in Notlagern, zudem starben bis Montag knapp 550 Menschen an Cholera. Die Gesundheitsbehörden befürchten, dass sich die Epidemie durch die jüngsten Überschwemmungen noch rascher ausbreiten könnte. Bis Montag hatten sich mehr als 8.000 Menschen mit der hochansteckenden Durchfall-Erkrankung infiziert.

Der Hurrikan traf dieses Mal vor allem den Bezirk Grand'Anse im Südwesten des Landes. Nach Angaben der Behörden wurden allein in Grand'Anse mehr als 850 Häuser zerstört und 5.000 weitere beschädigt. Die Lage blieb am Montag angespannt: Immer noch waren zahlreiche Straßen überflutet oder durch Erdrutsche blockiert. Im Vorfeld des Hurrikans war es den Behörden gerade noch gelungen, 100.000 Menschen in Schulen, Kirchen und Krankenhäusern unterzubringen - ein Bruchteil der Opfer des Bebens, die bis heute in Zelten leben müssen: Damals waren 250.000 Menschen umgekommen, mehr als eine Million wurde obdachlos.

(APA/dpa)