Eisenstadt - Die Aufsichtsratssitzung des burgenländischen Stromversorgers Bewag war kurz, aber wohl nicht ganz schmerzlos. Danach begnügte man sich mit einem dürren Statement: Der Vorstand, Hans Lukits also und Josef Münzenrieder, nehmen vorzeitig den Hut, noch in dieser Woche soll die Nachfolge ordnungsgemäß ausgeschrieben werden, der Wechsel wird also noch heuer über die Bühne gehen.

Die Dürre der Mitteilung entspricht freilich nicht ganz dem Gewicht des Zerwürfnisses zwischen Eigentümern und Vorstand, der ja bis ins Jahr 2012 bestellt war. Im Telegrammstil schreibt die Pressestelle des Unternehmens: "Seit einiger Zeit gibt es Auffassungsunterschiede betreffend Zukunft von Bewag - Windenergie im Ausland - Beteiligungen und Sparmaßnahmen - zwischen Eigentümer und Aufsichtsrat einerseits und Vorstand andererseits."

Hinter dieser gewöhnungsbedürftigen Sprache steckt ein Konflikt um die Ausrichtung - mitteleuropäischer Konzern vs. burgenländisches Kerngeschäft - und das Bedürfnis des Landes nach dem allfälligen Rahm des letzten gewichtigen Landesbetriebs.

Am vergangenen Freitag meinte Vorstandssprecher Lukits, der eine Strompreiserhöhung um 2,5 Prozent ankündigte, dass vorm Hintergrund von Verlusten (Cross-Boarder-Leasing) und Investitionen (Ausbau der Windparks) die Gewinnausschüttung reduziert werden müsse, zumal man ja 2009 schon "am Rande der Liquidität" gestanden sei. Das aber tut das Land Bank-Burgenland-bedingt auch. Also gilt, was Lukits am Freitag auch sagte: "Wenn der Eigentümer der Meinung ist, ich mache das trotzdem - steht ihm eh frei. Über den Gewinn verfügt ja nicht der Vorstand." Er müsse sich damit nur "beschäftigen". Seit Montag nicht mehr. (wei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.11.2010)