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Die Obamas und der Imam Ali Mustafa Yaqub beim Besuch der Istiqlal Moschee in Jakarta.

Foto: Adek Berry, Pool/AP/dapd

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Istiqlal Moschee ist die größte in Südostasien.

Foto: EPA/BAGUS INDAHONO / POOL POOL

Jakarta - US-Präsident Barack Obama hat am zweiten Tag seines Indonesien-Besuchs für mehr Toleranz und Verständnis zwischen den Religionen geworben. "Wir haben die Wahl: wir können uns über unsere Differenzen definieren und uns einer Zukunft hingeben mit Argwohn und Misstrauen", sagte Obama am Mittwoch in der Universität von Indonesien. "Wir können aber auch beschließen, Gemeinsamkeiten zu finden und den Weg des Fortschritt einschlagen."

Obama hatte in der Früh mit seiner Frau Michelle die größte Moschee Südostasiens in Jakarta besucht und die gute Nachbarschaft der Moschee und einer katholischen Kirche direkt daneben gelobt. Er stellte Indonesien als leuchtendes Beispiel für religiöse Toleranz in einer dynamischen Demokratie heraus. Wer gemeinsame Brücken über Ländergrenzen bauen wolle, dürfte aber das Feld nicht solchen überlassen, die lieber zerstörten, mahnte Obama.

Extremisten verüben immer wieder Anschläge

In Indonesien operieren muslimische Extremisten und Terrorgruppen, die schon zahlreiche Anschläge verübt haben, zuletzt im Juli 2009, als im Marriott- und im Ritz-Carlton-Hotel in Jakarta in kurzem Abstand Bomben explodierten. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben. Der mutmaßliche Drahtzieher, Noordin Top, wurde zwei Monate später bei einer Polizeirazzia getötet. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land.

Obama nahm selbst Bezug auf seine Rede in Kairo vor 17 Monaten, in der er einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt angekündigt hatte. Eine einzige Rede könne Jahre von Misstrauen nicht auslöschen, räumte er ein. Aber er habe die Aussöhnung mit der muslimischen Welt zu einer der Prioritäten seiner Präsidentschaft gemacht.

Obama hatte als Bub vier Jahren in Indonesien gelebt. Seine verstorbene Mutter heiratete einen Indonesier und fuhr als Anthropologin auf einem Motorrad von Dorf zu Dorf.

Derzeit hält sich auch Bundespräsident Heinz Fischer zu einem Staatsbesuch in Jakarta auf. Auch er wollte die Istiqlal-Moschee am heutigen Mittwoch besuchen.

Auf dem Weg zum G-20-Gipfel

Obama hat seinen Kurzbesuch in Indonesien mittlerweile beendet und ist auf dem Weg zum G-20-Gipfel nach Seoul in Südkorea. Die Air Force One hob am Mittwoch schon gegen 11.00 Uhr Ortszeit vom Flughafen in Jakarta ab, keine 20 Stunden nach seiner Ankunft. Das Weiße Haus hatte das gesamte Tagesprogramm zwei Stunden vorverlegt, weil es befürchtete, der Flugverkehr könne später durch Aschewolken aus dem Vulkan Merapi gestört werden. (APA)