Wien - Gut zweieinhalb Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Cancún legen sich einzelne Staaten ins Zeug, die mageren Erwartungen etwas aufzufetten. So meinte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Donnerstag in Wien, dass der Klimagipfel von Cancún wichtig sei, auch wenn man zu keinem verbindlichen Abkommen gelangen sollte. Der Weg müsse "Schritt für Schritt" gegangen werden.

Hedegaard hielt sich anlässlich des "Wiener Klima Dialogs" in der Bundeshauptstadt auf, zu dem Umweltminister Nikolaus Berlakovich geladen hatte. Anwesend waren Regierungsvertreter aus Europa, aus dem Gastgeberland des Klimagipfels Mexiko, Ghana und Ägypten. Wichtige Länder wie die USA oder die sogenannten Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) fehlten aber.

Weil die USA nach dem konservativen Schwenk bei den jüngsten Zwischenwahlen weniger denn je an einem Klimaabkommen interessiert sind, versucht man nun, Koalitionen im Kleinen zu bilden. Nach Angaben von Berlakovich haben sich die Teilnehmer beim Klima Dialog auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, das Finanzfragen, die Umsetzung der Strategie zum Waldschutz und die zweite Verpflichtungsperiode des Kioto-Protokolls vorsieht. Das Paket soll in Cancún festgezurrt werden.

Kritik kam von den Grünen. Berlakovich solle endlich Maßnahmen ergreifen, damit Österreich nicht noch weiter von seinen Klimazielen abdriftet. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.11.2010)