New York - Eine defekte Schalttafel ist Schuld daran, dass ein Boeing-Dreamliners 787 am Dienstag in Texas notlanden musste. Die Schalttafel habe das Isoliermaterial in Brand gesetzt, teilte der Airbus-Rivale am Donnerstagabend mit. Dadurch sei dann Rauch in der Kabine entstanden. Boeing betonte, den Problemen weiter nachzugehen. Wann die nächsten Testflüge stattfänden, könne derzeit nicht gesagt werden. 

Vorerst bleibt die gesamte Flotte von sechs Maschinen am Boden. "Wir werten die Daten aus, um den Unfall zu verstehen", teilte der Airbus-Konkurrent am späten Donnerstag in Everett (US-Bundesstaat Washington) mit. Parallel liefen die Reparaturen an der beschädigten Maschine, hieß es. "Außerdem wägen wir die angemessenen Schritte ab, die nötig sind, um die restliche Testflotte wieder in Flugbereitschaft zu versetzen."

Das Testflugzeug mit der Kennung ZA002 hatte am Dienstag notlanden müssen, nachdem Rauch in die Kabine gedrungen war. Eine Schalttafel im hinteren Teil hatte Feuer gefangen, soviel ist bisher bekannt. Die Isolierung und sogar Metall in der Nähe schmolzen. "Die Untersuchung des umliegenden Bereichs wird noch einige Tage dauern", ließ Boeing wissen. "Es ist zu früh, um zu sagen, ob die Struktur oder die benachbarten Systeme merklich beschädigt wurden." Bis dato seien aber noch keine schweren Schäden festgestellt worden. Die sogenannte P100-Schalttafel versorgt den Flieger mit Energie, die vom linken Triebwerk kommt. "Die Notfall-Systeme sind während des Vorfalls angesprungen", erklärte Boeing. Dadurch habe die Crew die Maschine unter Kontrolle halten und sicher landen können.

Bereits am Mittwoch hatte der US-Flugzeugbauer erklärt, die Testflüge mit dem neuen Dreamliner auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Die sechs Maschinen des hauptsächlich aus Verbundfaserstoffen gebauten Modells durchlaufen derzeit ein umfangreiches Programm für die Zulassung im Liniendienst. Der Zwischenfall in Texas nährte Zweifel, ob Boeing den angepeilten Auslieferungstermin im ersten Quartal 2011 einhalten kann.

Wiederholt verschoben

Für Boeing war die Notlandung am späten Dienstag (Ortszeit) in Laredo im US-Bundesstaat Texas ein weiterer Schlag. Der Hersteller hatte den Auslieferungstermin für seinen Hoffnungsträger 787 Dreamliner bereits wiederholt verschieben müssen. Immer wieder tauchten neue technische Probleme auf. Fast drei Jahre liegt das Prestigeprojekt inzwischen im Rückstand.

Die erste Maschine soll eigentlich um den Februar herum an All Nippon Airways in Japan gehen. Boeing warnte bereits: "Wir können den Einfluss des Vorfalls auf den Zeitplan des gesamten Programms nicht vorhersagen, bis wir uns durch alle Daten gearbeitet haben." (APA/Reuters)