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Martin Strutz ist eines der ehemaligen BZÖ-Mitglieder, die nun in den FPÖ-Klub integriert werden sollen.

Foto: apa/Schlager

Klagenfurt - Die FPÖ will die Kärntner Freiheitlichen nun endgültig in ihren Parlamentsklub integrieren. Die drei seit der Abspaltung vom BZÖ "wilden" Abgeordneten der Kärntner Freiheitlichen könnten schon in den kommenden Wochen beitreten, berichtete die Tageszeitung "Österreich" (Freitag-Ausgabe). Auch die zwei Bundesräte sollen davon betroffen sein. Sowohl FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache als auch FPK-Chef Uwe Scheuch bestätigten am Freitag gegenüber der APA derartige Versuche.

130.000 Euro mehr Klubföderung

Konkret würde eine Einverleibung der drei FPK-Mandatare Martin Strutz, Josef Jury und Maximilian Linder durch den FPÖ-Klub vor allem der Freiheitlichen Partei etwas bringen. Die Freiheitlichen erhoffen sich durch die neuen Abgeordneten jährlich ein Plus von rund 130.000 Euro bei der Klubförderung. Auch die beiden FPK-Bundesräte würden mehr Geld bringen.

Noch soll die Fusion im Hohen Haus allerdings nicht beschlossene Sache sein: Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) müsste dafür erst grünes Licht geben. Die Gründung eines eigenen Parlamentsklubs war nach dem Bekanntwerden der Kooperation zwischen den ehemaligen Kärntner Orangen mit der FPÖ im Dezember 2009 gescheitert, da man nicht die nötigen fünf Abgeordneten zusammenbrachte.

Integration schon in den kommenden Wochen

Strache blieb zu den Plänen vorerst kryptisch: "Natürlich werden wir einen Weg suchen, dass sich die drei Abgeordneten innerhalb des FPÖ-Klubs wiederfinden", sagte er in einer Pressekonferenz. Schon jetzt erhalten die FPK-Mandatare "technische Unterstützung" durch die Freiheitliche Partei. Strache betrachtet den Einigungsprozess mit den Kärntnern jedenfalls als abgeschlossen. In der FPÖ ist unterdessen zu hören, dass die Integration der drei Kärntner in den blauen Klub schon für die kommenden Wochen angestrebt wird.

FPK-Obmann Uwe Scheuch sieht eine Integration der drei FPK-Abgeordneten im Nationalrat und der beiden Bundesräte als noch nicht ganz gesichert: "Wir haben eine Vertiefung der Kooperation vereinbart, wir müssen jetzt schauen und überprüfen, wie das funktionieren kann." Wenn die Integration der Kärntner Mandatare in den blauen Klub "unkompliziert geht", könnte das bereits in den nächsten Wochen oder Monaten soweit sein.

BZÖ fühlt sich verraten

Für BZÖ-Obmann Josef Bucher haben Scheuch und der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Freiheitlichen in Kärnten damit "endgültig verraten und verkauft". Mit dem Beitritt der FPK-Nationalratsabgeordneten zum FPÖ-Klub verliere die FPK ihre Eigenständigkeit und werde "zum reinen Filialbetrieb der Strache-FPÖ". (APA)