Den spanischen Zollbehörden ist gemeinsam mit dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) ein massiver Schlag gegen einen der größten europäischen Tabakschmuggelringe gelungen. Bei der bisher größten Amtshandlung, die Spanien je gegen Tabakfälscher und -schmuggler geführt habe, wurden 90 Millionen gefälschte Zigaretten sichergestellt und sechs Männer festgenommen. Dadurch konnten Steuerverluste in Höhe von zehn Mio. Euro verhindert werden, teilte OLAF am Freitag mit.

Gestartet wurde die Operation Balman bereits im Februar 2010, nachdem Hinweise auf verdächtige Einfuhren aus China an die spanischen Zollbehörden weitergeleitet wurden. Die Spur der Container konnte bis zu Häfen an der Ostküste Spaniens verfolgt werden, von wo die Fälschungen auf den illegalen Markt kamen. Am 20. Oktober wurden nach Haus- und Geschäftsdurchsuchungen in Alicante, Valencia, Barcelona, Tarragona und Badajoz sechs Männer wegen mutmaßlichen Schmuggels verhaftet, darunter chinesische, polnische und spanische Staatsbürger. Ihnen droht nun eine Anklage wegen Geldwäsche und Verletzung geistiger Eigentumsrechte.

Riesige Profite

Seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise hat der Tabakschmuggel in Europa stark zugenommen. Mit gefälschten Zigaretten können zudem riesige Profite erzielt werden. Eine Containerladung, die in China 100.000 Euro einbringt, kann in Europa für mehr als eine Mio. Euro verkauft werden, so OLAF. Um gegen den illegalen Zigarettenhandel vorzugehen, hat die Kommission mit vier der weltweit größten Tabakkonzerne - Philip Morris, Imperial Tobacco, British American Tobacco und Japan Tobacco - Kooperationsabkommen geschlossen. Die illegalen Machenschaften kosten den europäischen Steuerzahler jährlich schätzungsweise zehn Mrd. Euro. (APA)