Der Stoxx 600 konnte auf Wochensicht leicht um 0,21% auf 271 Punkte zulegen. Damit notiert der Index knapp unterhalb des April - Highs und des Lehman Widerstands. Dasd der Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen an Schwung verloren hat, lässt sich auch an der Marktbreite ablesen. 9 der 19 Sektoren schlossen diese Woche schon tiefer. Insbesondere Banken mussten im Hinblick auf die weiterhin angespannte Situation in Irland Verluste hinnehmen und schlossen 2% tiefer. Der Rohstoffsektor konnte mit einem Plus von 5% abermals zulegen.

Telefonica hat von einer Neubewertung ihres Brasilien-Geschäfts profitiert. Das Geschäft im Heimatmarkt Spanien lief hingegen in diesem Jahr enttäuschend. Der Telekommunikationskonzern wies für die ersten 9 Monate einen Anstieg des Nettogewinns von rund 66% auf EUR 8,8 Mrd. aus. Allein EUR 3,5 Mrd. davon gingen auf die Neubewertung der brasilianischen Mobilfunktochter Vivo zurück. Mit dem Ergebnis blieb Telefonica jedoch hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz stieg zwar insgesamt um 6% auf EUR 44,28 Mrd. In Spanien sanken die Umsatzerlöse allerdings um 4,2%.

K+S geht trotz Agrarbooms und sprudelnder Gewinne nur verhalten optimistisch ins nächste Jahr. Der Konzern rechnet 2011 lediglich mit einem minimalen Absatzanstieg von Kalidüngemittel und einem moderaten Umsatzplus. In Q3 verbuchte K+S einen Gewinn von EUR 40,4 Mio. nachdem im Vorjahr wegen der schwachen Düngemittelnachfrage in der Wirtschaftskrise noch ein Verlust von EUR 2,1 Mio. zu Buche gestanden hatte.

Siemens blickt optimistisch in die Zukunft

Der umstrittene Großauftrag über die Lieferung von zehn Hochgeschwindigkeitszügen für den Kanaltunnel zwischen Frankreich und England an Siemens kommt wohl im Oktober 2011 vor Gericht. Eurostar hatte zehn Züge im Wert von 600 Millionen Euro überraschend bei Siemens und nicht wie in der Vergangenheit bei Alstom bestellt. Alstom wehrt sich nun nach Kräften gegen die Vergabe und hat sich auch bei der EU-Kommission beschwert. Die Aktien der beiden europäischen Industrieriesen zeigen weiterhin eine sehr konträre Entwicklung. Alstom sank diese Woche auf ein neues Jahrestief, während Siemens auf einem neuen Jahreshoch notiert. Im vergangenen Geschäftsjahr verdiente Siemens wegen sprudelnder Gewinn im Energiegeschäft und der anziehenden Industriekonjunktur mit knapp EUR 4,1 Mrd. fast zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Der Umsatz blieb bei knapp EUR 76 Mrd. nahezu konstant. Die Dividende wird auf EUR 2,70 von zuletzt EUR 1,60 angehoben. Für 2011 behält man den positiven Ausblick bei.

Henkel ist dank Kostensenkungen und florierenden Geschäften in seiner Klebstoff-Sparte auf Rekordkurs. 2010 werde das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Im dritten Quartal stieg
der Umsatz um 13,7% auf EUR 3,96 Mrd. Man übertraf die Erwartungen kräftig. Die Aktie legte diese Woche um fast 10% zu.

Carlsberg enttäuscht

Carlsberg rechnet mit einem schwierigen Marktumfeld in Europa und steigenden Herstellungskosten. In Q3 wiesen die Dänen indes einen Anstieg des operativen Gewinns um 26% auf EUR
447 Mio. aus. Als Wachstumstreiber hat sich der Konzern den russischen Markt sowie Asien ausgesucht. In Russland hat die Erhöhung der Alkoholsteuer die Geschäfte seit Jahresbeginn aber belastet. Carlsberg hat dort zuletzt Marktanteile verloren, ist mit 39% aber noch Marktführer.

SMA Solar hat in Q3 trotz schwächerer Nachfrage in Deutschland Rekordwerte verbucht und dabei die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Hersteller von Wechselrichtern verdoppelte
seinen Umsatz binnen Jahresfrist auf EUR 626,7 Mio. Damit fuhr das Unternehmen über EUR 100 Mio. mehr ein als erwartet. Der Vorstand bekräftigte seine bereits zwei Mal angehobenen Jahresziele: Demnach soll der Umsatz EUR 1,7 bis 1,9 (Vorjahr: 0,93) Mrd. erreichen. Die operative Marge soll aber niedriger ausfallen. SMA ist mit einem Marktanteil von über 40% Weltmarktführer für Wechselrichter. Sie sind das Herzstück einer Solaranlage und wandeln den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Aktie fiel diese Woche aber fast 19%. Viele Investoren hatten wohl mit noch bessern Zahlen gerechnet.