Jerusalem - Um den Ursprung der Kugel, die am Freitag einen britischen Kameramann im Gazastreifen das Leben gekostet hat, ist nun ein Streit zwischen Israelis und Palästinensern entbrannt. Der am vergangenen Freitag im Gazastreifen getötete britische Journalist ist nach israelischen Angaben möglicherweise von Palästinensern erschossen worden. Das wird von palästinensischer Seite bestritten.

Es sei festgestellt worden, dass James Miller von hinten in den rechten Schulterbereich getroffen wurde, "während er einem (israelischen) Panzer gegenüberstand", sagte der israelische Oberst Avi Levy am Sonntag im öffentlichen Rundfunk. Die israelischen Soldaten seien bei ihrem Einsatz mit Panzerabwehrraketen und Schnellfeuerwaffen beschossen worden. Schüsse seien auch von dort gekommen, "wo sich das Team des Journalisten befand", sagte Levy.

Der palästinensische Journalist Abdel Rahman Abdallah widersprach hingegen den Angaben des israelischen Obersten. Die israelische Armee habe das Feuer eröffnet, ohne dass es zuvor einen Schusswechsel gegeben habe, sagte Abdallah der Zeitung "Haaretz". "Wir haben den Soldaten sogar etwas zugerufen, als sie in ihren Panzerfahrzeugen saßen, und wir konnten sie im Inneren reden hören, bevor sie anfingen zu schießen." Abdallah hatte den britischen Journalisten als Übersetzer begleitet.

Am Vortag hatte es von israelischer und palästinensischer Seite übereinstimmend geheißen, dass der 35-Jährige von israelischen Soldaten getroffen wurde, als er einen Militäreinsatz filmte und dabei in einen Schusswechsel geriet. Die Armee hatte den Vorfall "bedauert". (APA)