Für die nächste Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) sind zwar die ersten Pilotprojekte schon "on air", eine großflächige Ausbreitung lässt aber noch auf sich warten. Marktführer A1 erreicht nach Eigenangaben rund 30 Prozent der Wiener Bevölkerung über LTE - der WebStandard testete. Das für die Nutzung erforderliche Datenmodem sei im A1-Shop bereits verfügbar. Sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen zur Nutzung der 800 MHz-Frequenzen der Digitalen Dividende geschaffen sein, erfolge auch parallel eine Abdeckung des ländlichen Raumes, so A1-Boss Hannes Ametsreiter zur APA.

2013 will der Marktführer insgesamt 4.000 Mobilfunk-Stationen an das Glasfasernetz angebunden haben. Den von der Regulierungsbehörde RTR vorgegebenen Mindestversorgungsgrad von 25 Prozent für den LTE-Ausbau werde man jedenfalls erfüllen. Für den Zeitraum von 2009 bis 2013 habe man für den Ausbau des Mobilnetzes 500 Mio. Euro budgetiert.

Erste Einsatzgebiete

Seit Oktober versorgt T-Mobile Innsbruck mit der vierten Mobilfunkgeneration. Gleichzeitig habe man mit dem Rollout in Wien begonnen, andere Landeshauptstädte sollen folgen, hieß es. In Innsbruck gäbe es momentan mehr als 20 LTE-Basisstationen. Als einziger Mobilfunkprovider habe man bereits Feldversuche zu weiteren nutzbaren LTE-Frequenzen abgehalten. In St. Pölten und Berndorf habe man erfolgreiche Pilottests mit den Frequenzen 800 (Digitale Dividende), 900 und 1.800 (Refarming) absolviert. Bis 2014 werde man mehr als 25 Prozent von Österreich mit 4G versorgen. Rund 100 Mio. Euro wolle man jährlich für den LTE- und HSPA+-Ausbau investieren.

Einen dreistelligen Millionenbetrag steckt der kleinste Anbieter "3" in den derzeitigen Netzausbau, der den LTE-Rollout für 2011 ermöglichen soll, verlautbart CEO Jan Trionow. Derzeit bringe man das 3Meganetz mit der Erweiterung auf HSPA+ und LTE-kompatibler Hardware auf den neuesten Stand. Momentan gäbe es nur wenige und zu teure LTE-Datenmodems und noch gar keine LTE-Endgeräte im Handybereich.

Noch nicht erschwinglich

Während A1, T-Mobile und "3" kräftig PR-Wind um ihren Netzausbau machen, mahnt Orange-Chef Michael Krammer Realitätssinn ein. So fehlten noch die Endgeräte, erst recht zu erschwinglichen Preisen. LTE sei noch nicht ausspezifiziert und erst im nächsten Jahr marktreif, zudem sei es derzeit nicht möglich, einen Voice Call über LTE zu machen, d. h. zu telefonieren. Orange-Chef Michael Krammer zur APA: "Wir beteiligen uns nicht am Ankündigungswettbewerb und bewerben auch keine Technologie, die derzeit für den Kunden nicht relevant ist." Erste Pilotversuche zu der Nachfolgegeneration von UMTS werden in den nächsten Monaten stattfinden.

LTE (Long Term Evolution) bzw. 4G ist nach 3G die vierte Generation im Mobilfunk. 4G soll bis zu 100 Mbit pro Sekunde bringen und somit beispielsweise die Download-Dauer für eine Datei mit 10 MB von derzeit 3 Sekunden (HSPA+ mit 42 Mbit/s) auf weniger als eine Sekunde reduzieren. (APA)

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