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Leiten ab 1. Jänner gemeinsam Hofer Österreich: Friedhelm Dold (l.) und Günther Helm.

Foto: APA/Techt

Wien - Für Friedhelm Dold, Vorstand des Diskonters Hofer, ist mit österreichweit 430 Filialen die "betriebswirtschaftlich sinnvolle Größe erreicht". Wachsen werde der Diskonter heuer aber dennoch, und zwar "auf bestehender Fläche und durch Innovationen", sagt Dold im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Dass die Höhenflüge der Diskonter generell vorbei seien, stellt Dold deshalb auch entschieden in Abrede: "Diese Unkenrufe, der Diskont hätte keine Zukunftschancen oder würde stagnieren, können wir überhaupt nicht nachvollziehen."

Dold bekommt am 1. Jänner 2011 mit dem 31-jährigen Juristen Günther Helm einen neuen Co-Geschäftsführer. Der bisherige, Johann Mörwald, zieht mit Jahreswechsel in den Koordinierungsrat des Mutterkonzerns Aldi Süd ein. Helm hat 2003 bei Hofer als Filialleiter begonnen und war zuletzt Landesgeschäftsführer in der Schweiz.

"Die Kunst liegt darin, sich zu behaupten"

Aktuelle Zahlen des Marktforschers Nielsen, der für Hofer einen um 1 Prozentpunkt auf 19 Prozent gesunkenen Marktanteil feststellte, stehen der Euphorie der Chefs nicht im Weg. "Nielsen-Zahlen kommentieren wir nicht. Wir wissen, dass es uns gut geht und dass wir wachsen", gibt sich Mörwald selbstbewusst. Ob Lidl Hofer Marktanteile wegnimmt? "Ich würde schon sagen, dass man sich gegenseitig Anteile wegnimmt." Dold meint dazu: "Dass es Marktverschiebungen gibt und sich der Kuchen immer wieder ändert, ist ja keine Frage. Die Kunst liegt darin, sich am Markt zu behaupten." Konkurrent Lidl hält derzeit nach Nielsen-Daten bei einem Anteil von 4 Prozent, laut Lidl-Chef Hanno Rieger sind es 4,5 Prozent.

Die Diskussion um Preisschlachten im Lebensmittelhandel sehen die Hofer-Vorstände betont gelassen. Wettbewerb sei ein ganz normales Kriterium, obwohl der Preis im Moment sehr in den Vordergrund gestellt werde. "Es hat sich in der Hinsicht verändert, dass die Zyklen der Aktionen früher länger waren. Wenn man den Warenkorb betrachtet, hat der Kunde aber keinen größeren Vorteil als früher", so Mörwald.

Hofer gilt im Aldi-Imperium als besonders lukrative Auslandstochter. Der Umsatz wurde zuletzt auf 3,3 Mrd. Euro geschätzt, der Gesamtumsatz von Aldi Süd soll 28 Mrd. Euro betragen. Laut "Manager Magazin" (Nr. 5 vom 23.04.2010) liegt die Umsatzrendite in Deutschland bei knapp 5 Prozent vor Steuern, im Hofer-Reich ist sie doppelt so hoch. Hofer beschäftigt in Österreich rund 7.000 Mitarbeiter und ist nach Rewe und Spar die Nummer 3 unter den Handelsketten. (APA/red)