Brüssel - Die Neuverschuldung von Griechenland hat im Jahr 2009 nach den am Montag nachgereichten Daten der Europäischen Statistikbehörde Eurostat wie erwartet 15,4 Prozent betragen. Griechenland katapultierte sich somit an die Spitze der Defizitländer in der EU, noch vor Irland, das mit 14,4 Prozent Defizit an zweiter Stelle liegt. Auch beim Schuldenstand liegt Griechenland mit 126,8 Prozent des BIP an der Spitze, gefolgt von Italien mit 116 Prozent und Belgien mit 96,2 Prozent. Mit der heutigen Veröffentlichung hebt Eurostat auch den im April ausgesprochenen Vorbehalt gegen die griechischen Daten auf.

Für die gesamte Eurozone ergibt sich nunmehr für 2009 eine Neuverschuldung in Höhe von 6,3 Prozent bzw. von 6,8 Prozent für die EU, und ein Schuldenstand von 79,2 bzw. 74 Prozent.
Hohe Defizite verzeichneten 2009 neben Griechenland und Irland noch Großbritannien (-11,4 Prozent), Spanien (-11,1 Prozent), Lettland (-10,2 Prozent), Portugal (-9,3 Prozent), Litauen (-9,2 Prozent), Rumänien (-8,6 Prozent), Slowakei (-7,9 Prozent), Frankreich (-7,5 Prozent) und Polen (-7,2 Prozent). Die niedrigsten Defizitraten wurden in Luxemburg (-0,7 Prozent), Schweden (-0,9 Prozent) und Estland (-1,7 Prozent) gemessen.

Für Österreich errechnet Eurostat ein Defizit von 3,5 Prozent und eine Verschuldung von 67,5 Prozent.

Nur Estland und Malta verbessert

Insgesamt verzeichneten 25 Mitgliedstaaten gegenüber dem Jahr 2008 eine Verschlechterung ihres Finanzierungssaldos im Verhältnis zum BIP und zwei Mitgliedstaaten (Estland und Malta) eine Verbesserung.

Am Ende des Jahres 2009 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (7,2 Prozent), Luxemburg (14,5 Prozent), Bulgarien (14,7 Prozent), Rumänien (23,9 Prozent) und Litauen (29,5 Prozent) verzeichnet.

Zwölf Mitgliedstaaten wiesen im Jahr 2009 eine Verschuldungsquote von mehr als 60 Prozent des BIP auf: Griechenland (126,8 Prozent), Italien (116,0 Prozent), Belgien (96,2 Prozent), Ungarn (78,4 Prozent), Frankreich (78,1 Prozent), Portugal (76,1 Prozent), Deutschland (73,4 Prozent), Malta (68,6 Prozent), Großbritannien (68,2 Prozent), Österreich (67,5 Prozent), Irland (65,5 Prozent) und die Niederlande (60,8 Prozent). 

Die Ausgaben des Staates im Euroraum beliefen sich 2009 auf 50,8 Prozent und die Einnahmen auf 44,5 Prozent des BIP. Die entsprechenden Zahlen für die EU lagen bei 50,8 Prozent bzw. 44,0 Prozent. Zwischen 2008 und 2009 sind die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum BIP in beiden Gebieten gestiegen, während die Einnahmen des Staates im Verhältnis zum BIP gefallen sind. (APA)