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ORF-Führung 2009 (v. li.): Sissy Mayerhoffer, abgelöst; Peter Moosmann starb nun; Thomas Prantner; Elmar Oberhauser, abgewählt; Wolfgang Lorenz; Willy Mitsche fehlt hier, er wurde 2010 abgelöst.

Foto: APA/Gindl

Peter Moosmann, seit 2006 zum zweiten Mal technischer Direktor des ORF und seit 1977 in den Diensten des Senders, starb in der Nacht auf Montag mit 60 an Krebs. Unter die Trauerschreiben mischen sich Forderungen nach früherer ORF-Neuwahl, etwa von BZÖ und FPK.

Harald Vilimsky (FPÖ) plädierte schon für Neuwahl - wenn Wrabetz nicht General bleibt. Die Grünen können sich frühere Wahlen nur vorstellen, wenn damit keine doppelten Kosten für alte und neue Führung anfallen. Die SPÖ wirkte früherer Wahl nicht abgeneigt - wenn sie eine "breite Mehrheit" sieht. Die ÖVP fände "alles gut, was dem ORF zum Neustart verhilft", verlangt aber neue ORF-Gremien. Dafür ist die SPÖ bisher nicht zu haben. Regulärer Wahltermin: Sommer 2011.

Mit Moosmanns Tod übernimmt Wrabetz die dritte Direktion neben dem General und der Information, die er seit Elmar Oberhausers Abwahl leitet. Von Wrabetz' sechs 2006 gewählten Direktoren sind nur noch zwei im Amt.

Protest mit Funkstille

"Entsetzt" protestierten ORF-Journalisten wie Armin Wolf und Christian Schüller gegen Oberhausers Abwahl nach "Diktat der Parteisekretariate". Montag signierten rund 50 weitere Redakteure den Brief an die Stiftungsräte. Diesen Protest kommentierten Montag weder die Chefs des Stiftungsrats noch der "Freundeskreise" von SP und VP dort. Mitarbeiter von Ö1 arbeiten nach Standard-Infos an einer eigenen Form des Protests gegen Politzugriff und Sparpläne: Noch im November könnte es auf den Ö1-Frequenzen vorübergehend still werden oder rauschen. Radio-Betriebsratschef Gerhard Moser zeigte sich "verwundert" über die Streikpläne. Er meint, das wäre "der erste Streik, der in der Zeitung steht, bevor er stattfindet".

Der Montag versandte Finanzplan 2011 sieht weitere 150 ORF-Jobs weniger vor. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 16.11.2010)