Wien - Der Vorstand der auf die Produktion von Viskosefasern spezialisierten Lenzing AG wird sich noch diese Woche vom Aufsichtsrat die Erlaubnis holen, zu einem passenden Zeitpunkt eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Es wäre die erste seit mehr als einem Vierteljahrhundert, wie Lenzing-Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger dem STANDARD sagte.

Zwar verfüge Lenzing über rund 300 Mio. Euro an liquiden Mitteln und etwa 250 Mio. Euro an offenen Kreditlinien. Um aber die geplanten Investitionen - bis zu 1,5 Mrd. Euro bis 2015 - stemmen zu können, sei zusätzliches Geld nötig. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionen Euro Betrag. Vorgespräche mit dem Hauptaktionär, der Bank Austria nahen B&C-Stiftung (hält 91 Prozent an Lenzing) seien positiv verlaufen.

Heuer steuert Lenzing, Weltmarktführer bei Viskosefasern, auf einen Rekord zu. Nach den ersten neun Quartalen 2010 (Umsatz: plus 45,2 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro; Ebit: plus 210,9 Prozent auf 168,8 Mio. Euro) wurden die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2009 bereits eingestellt. "Wir könnten einige 10.000 Tonnen mehr verkaufen als wir derzeit herstellen", sagte Untersperger bei der Präsentation der Quartalszahlen am Dienstag. Ein Ende des Nachfragehypes sei nicht in Sicht. (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2010)