Wien - Wolfgang Fellner ist mit der Entwicklung seiner Tageszeitung "Österreich" zufrieden. Wie der Herausgeber am Montagabend beim "Accedo Salon" in Wien erklärte, habe man soeben den "Break Even" geschafft. Nächstes Ziel sei es, "die Million Leser zunächst am Sonntag und dann auch unter der Woche überspringen". Die jüngste Media-Analyse wies 660.000 Leser aus. Im Internet bleibt Fellner ebenfalls weiter umtriebig und kündigte eine Website namens "Österreich.at" - mit Umlaut - an, über deren Inhalt er zunächst aber nichts verriet.

Derzeit halte "Österreich", das von der Media-Analyse mittlerweile als Gratiszeitung geführt wird, bei einer Gesamtauflage von 500.000 Stück, was "nahezu" der verbreiteten Auflage entspreche. "Alles, was übrig bleibt, wäre schlecht distribuiert." 65 bis knapp 70 Prozent der Auflage werde gratis abgegeben.

Vom Umbruch der Medienlandschaft durch das Internet sieht der "News"-Gründer vor allem die Magazine gefährdet. "Das beste Nachrichtenmagazin von heute ist Google." Den Tages- und vor allem den Gratiszeitungen prognostizierte er ein langes Leben. In der U-Bahn sehe man auch unter jungen Leuten kaum Konsumenten von Handy-Nachrichten, während die Zeitungen eine Renaissance erleben würden. "Ich warne davor, jetzt schon die Abschaffung des Papiers zu prognostizieren."

Auf neue Kanäle setzt Fellner trotzdem. Neben der iPad-Ausgabe der Zeitung will er nun auch eine Variante der Print-Ausgabe für das iPhone herausbringen. Dass er mit seiner Gratiszeitung auch über verkaufte Exemplare verdient, ist für das Produkt ein Gewinn, wie Fellner sagte. "Fast das Doppelte der Werbeeinnahmen kommt aus dem Vertriebserlös."

Die größte Konkurrenz im Gratiszeitungs-Sektor, "Heute", hätte Fellner unter diesem Namen gern selber gemacht, wie er sagte. Angeregt von "USA today" hätte er seine damals noch nicht gegründete Tageszeitung so benannt, die Familie Dichand sei ihm jedoch zuvorgekommen. Nachdem ihm "der Titel 'Heute' gestohlen" worden sei, blieb von "USA today" nur mehr das "USA" über, sagte Fellner. Ergo benannte er seine Zeitung ebenfalls nach dem Erscheinungsland. "Heute" gehört einer Stiftung und wird von Eva Dichand herausgegeben. (APA)