Washington - Ein militärisches Vorgehen gegen den Iran ist nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates kein Mittel zur Beendigung des Nuklearprogramms in dem Land. Ein Angriff würde dazu führen, dass das Programm stärker "im Verborgenen" stattfinde, sagte Gates am Dienstag in Washington. Eine militärische Lösung könne nur eine "vorläufige" sein und würde "ein gespaltenes Land einen und davon überzeugen, dass es Nuklearwaffen braucht".

Nach Ansicht Gates' kann der Iran nur durch diplomatischen und wirtschaftlichen Druck davon überzeugt werden, sein Atomprogramm zu beenden. "Die einzige langfristige Lösung", iranische Nuklearwaffen zu verhindern, sei eine Einsicht in dem Land, "dass diese nicht in seinem Interesse sind", sagte Gates.

Die UN-Sanktionen gegen das Land zeigten die gewünschte Wirkung, weil sie Spannungen zwischen Irans geistlichem Führer Ayatollah Khamenei und Präsident Mahmoud Ahmadinejad erzeugt hätten, sagte Gates Khamenei frage sich bereits, ob Ahmadinejad ihn hinsichtlich der Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen belüge.

Die sogenannte 5+1-Gruppe, zu der die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland gehören, verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran weist die Anschuldigungen zurück. (APA/AFP)