Brüssel - Erfolg für Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), die nächste Tranche der Euro-Länder für Griechenland, die im Dezember fällig gewesen wäre, wird auf Jänner verschoben. Das sei am Dienstagabend in der Euro-Gruppe so besprochen worden, sagte Pröll am Mittwoch vor dem Beginn des Treffens der EU-Finanzminister (Ecofin) in Brüssel.

Pröll hatte bereits am Dienstag in Wien nach dem Ministerrat betont, dass es von Österreich für die Dezember-Tranche in Höhe von 190 Mio. Euro keine automatische Weitergabe gebe. Als Grund nannte Pröll, dass Griechenland die einnahmenseitigen Vorgaben nicht erfüllt habe. "Warten jetzt auf Datenmaterial aus Griechenland, aber da schaut es jetzt auch wesentlich besser aus", sagte Pröll.

Verschoben

Das hoch verschuldete Griechenland hat aus dem EU-Hilfspaket bisher zwei Zahlungen erhalten. Die erste Tranche von 20 Mrd. Euro inklusive des IWF-Anteils erfolgte im Mai dieses Jahres, die zweite von knapp 9 Mrd. Euro im September. Die dritte Tranche von geplanten insgesamt gut neun Mrd. Euro wurde von Dezember 2010 auf Jänner 2011 verschoben.

Um Griechenland vor der Pleite zu retten, hatte die EU im Mai ein Hilfspaket für Griechenland vereinbart, das einen Gesamtrahmen von 110 Mrd. Euro aufweist. Davon trägt der IWF 30 Mrd. Euro bei, von den Ländern der Euro-Zone kommen die restlichen 80 Mrd. Euro. Der Anteil Deutschlands als größter Geldgeber beträgt 22,4 Mrd. Euro. Der Gesamtbeitrag Österreichs beläuft sich auf rund 2,3 Mrd. Euro.

Bisher hat Österreich 600 Mio. Euro an Griechenland-Hilfe geleistet. Die erste Zahlung innerhalb des 20 Mrd.-Pakets betrug 450 Mio. Euro, die zweite im Rahmen der 9-Mrd.-Tranche auf 150 Mio. Euro. Nun waren für Dezember 190 Mio. Euro in Aussicht gestellt, diese Zahlung wird nun auf Jänner verschoben. (APA)