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Wafaa Bilal will sich eine Kamera in den Hinterkopf implantieren lassen

Foto: AP

Wenngleich es bei manchen Lehrern so scheint, als hätten sie Augen im Hinterkopf, konnten sich Schüler bislang des toten Winkels auch bei Lehreraugen gewiss sein. Ein Kunstprojekt soll dies nun ändern, berichtet das Wall Street Journal.

Das dritte Auge

Wafaa Bilal, Ein Fotografieprofessor der Universität von New York (NYU) will sich im Rahmen eines Kunstprojektes mit dem Titel "The 3rd I" eine Kamera in den Hinterkopf implantieren lassen und damit ein Jahr lang alle 60 Sekunden ein Foto von dem Geschehen hinter seinem Rücken schießen. Die Bilder werden in einem Live-Stream an ein neues Museum in Qatar (dem Auftraggeber der Aktion) geschickt und dort Besuchern präsentiert.

In einer Presseaussendung beschreibt das Mathaf: Arab Museum of Modern Art das Projekt als einen Kommentar zur "Unzugänglichkeit der Zeit und zur Unfähigkeit, Erinnerungen und Erfahrungen aufzuzeichnen".

Aufregung

Die Daumennagel kleine Kamera soll Berichten nach in den kommenden Wochen über eine Art Piercing-Aufsatz am Hinterkopf des Professor befestigt werden. Weil die Kamera künftig nicht nur das Privatleben Bilals sondern auch den Umgang mit seinen Studenten in drei Vorlesungen pro Woche dokumentieren wird, hat das Projekt eine Debatte über die mögliche Verletzung der Privatsphäre von fotografierten Personen ausgelöst. Vertreter der NYU äußern ihre Bedenken, dass Studenten damit die Belastung einer dauerhaften Überwachung auferlegt wird. Dies sei keine gute Lehrumgebung. Deshalb arbeite die Universität derzeit noch an den genauen Richtlinien für den Einsatz der Kamera. (zw)

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