Wien  - Das Ringen um die Zukunft der A-Tec und insbesondere um einen Käufer für die Maschinenbautochter AE&E geht weiter. Nun nennt das WirtschaftsBlatt unter Berufung auf einen "Insider" einen weiteren Interessenten. "Die neue Interessentengruppe bilden der steirische Anlagenbauer Christof-Group um Johann Christof und der frühere Kovats-Partner Ronny Pecik", so die Zeitung. Diese sei am Dienstag am späten Nachmittag im Gläubigerausschuss vorgestellt worden.

Die Sitzung habe "in der Wiener Wirtschaftsanwaltskanzlei Schönherr im Beisein von Miko Kovats und den neuen Interessenten stattgefunden. Diese Sitzung soll durch das 'nicht einfache Verhältnis' der Ex-Partner Kovats und Pecik geprägt gewesen sein" schreibt das WirtschaftsBlatt. Pecik gehe davon aus, dass eine Due Diligence 14 Tage benötige. Er könne sich aber Vorstellen, mit 15 bis 20 Millionen Euro in Vorlage zu gehen. Das wäre die Summe, die AE&E kurzfristig braucht, um nicht insolvent zu werden.

Die koreanische Interessentengruppe Doosan soll bereits in Österreich sein und mit einer Due Diligence bei der AE&E begonnen haben.

Bei der Suche nach einem Investor ist auch die Mass Financial Corp wieder im Spiel: Verhandlungen mit dem Unternehmen aus Hongkong laufen seit heute Vormittag wieder. Am Dienstag hatte es geheißen, die Verhandlungen mit Mass seien ergebnislos zu Ende gegangen. Insgesamt gebe es Verhandlungen mit mehreren Interessenten, die die gesamte Firma übernehmen wollen.

Belegschaft drängt auf rasches Konzept

Die Belegschaftsvertretung der AE&E Austria GmbH & Co KG hat sich unterdessen mit dem Appell an alle am Sanierungsverfahren Beteiligten gewandt, rasch ein Konzept für die Weiterführung des Traditionsbetriebs vorzulegen, die Finanzierung zu sichern "und nicht durch taktisches Verhalten eine Lösung zu verzögern". Unterschriftsreife Verträge sowie die Sicherung von 377 Arbeitnehmern in Wien und Graz machten Zeit zu einem wesentlichen Faktor.

Der Zentralbetriebsrat stellt in dem Schreiben den traditionsreichen, aus Simmering Graz Pauker (SGP) und Waagner-Biro hervorgegangene Anlagenbauer als an sich gesundes Unternehmen im Kraftwerks-, Umwelttechnik- und Biomassebereich dar. Die Gewinne der vergangenen Jahre seien jedoch für die Finanzierung von Unternehmenszukäufen der Holding von A-Tec abgeschöpft worden. Zudem habe die AE&E Darlehen und Anleihen im dreistelligen Millionenbereich an andere Konzernunternehmen vergeben.

Im Anlagenbau sei aufgrund der langen Projektlaufzeiten erst heuer das Konjunkturtal der Wirtschaftskrise durchschritten worden, so Erich Fürnsinn und Werner Dietl weiter. Jetzt gebe es wieder Projekte, die unterschriftsreif vorlägen, die aber ohne die notwendigen Sicherheiten wackelten: "Die Gespräche mit den Banken und Investoren erweisen sich als zäh, sind vom Zeitfaktor her kontraproduktiv und gefährden somit einen wirtschaftlichen Erfolg und somit das gesamte Unternehmen."

Vorwürfe erhebt die Belegschaftsvertretung gegen die Holding: Auf Kostenüberschreitungen etwa beim Kraftwerksprojekt in Australien hätte rechtzeitig reagiert werden müssen. Allerdings hätten diese Verluste bei einem Konzern in dieser Größenordnung bei entsprechender Eigenkapitalausstattung zu keinen übermäßigen Liquiditätsproblemen führen dürfen. So liege laut Fürsinn und Dietl der Schluss nahe, dass das Projekt in Australien als "offizieller" Grund für die Eröffnung des Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung der A -Tec Industries AG herhalten musste, aber "die wahren Probleme liegen viel tiefer". Schuld an der aktuellen Situation trage in erster Linie die "extreme Expansionspolitik" der A-Tec, die von der AE&E mitzufinanzieren war, so der Zentralbetriebsrat. (APA)