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Leere Hallen gab es nach der Blitz-Insolvenz. Jetzt soll es bei General Motors wieder bergauf gehen, der Börsegang steuert auf einen Rekord zu.

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Mit einem riesigen Banner begrüßt die New York Stock Exchange General Motors.

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New York - Nach nicht einmal eineinhalb Jahren Absenz kehrt die Opel-Mutter General Motors (GM) mit großem Trara auf das Börsenparkett zurück. Der Blitz-Konkurs des Automobil-Herstellers zwang das Unternehmen zu einem Rückzug. Nun könnte General Motors IPO mit einem Gesamterlös von mehr als 23 Milliarden Dollar zum Rekord-Börsegang werden. Dank des riesigen Interesses vor allem nordamerikanischer Investoren wurden die Aktien mit einem recht hohen Preis von 33 Dollar je Aktie auf den Markt geworfen.

Der Kurs der Aktie schoss unmittelbar nach der Erstnotierung in die Höhe. Vom Ausgabekurs stieg der Preis wegen hoher Nachfrage auf beinahe 36 Dollar (26,40 Euro). GM-Chef Dan Akerson hatte zu Handelsbeginn die traditionelle Glocke an der New Yorker Börse geläutet. Der Schlusskurs lag am Donnerstag bei gut 34 Dollar (24,9 Euro) und damit über dem Ausgabekurs von 33 Dollar. Den ganzen Tag über wurden die Papiere rege gehandelt. Viele Investoren waren bei der Verteilung der Aktien leer ausgegangen und deckten sich nachträglich ein. Zeitweise war die Aktie auf fast 36 Dollar geklettert.

Das Comeback ist bemerkenswert: Die US-Regierung hatte GM mit einer Finanzspritze von 49,5 Mrd. Dollar vor dem Untergang bewahrt und einen Neustart ermöglicht. Das Unternehmen ließ die Megaverluste der Vergangenheit hinter sich und gilt heute wieder als einer der aussichtsreichsten Autobauer der Welt. Nur die deutsche Tochter Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall gelten noch als Sorgenkinder, weil die Europäer sich mit Autokäufen zurückhalten.

Die Aktien werden in New York und Toronto gehandelt. Fast eine halbe Milliarde Anteilsscheine gingen in den Handel, fast 90 Millionen davon wurden als Vorzugsaktien für 50 Dollar das Stück verkauft. In den vergangenen Monaten glänzte GM mit ausgesprochen gut laufenden Geschäften, was der Nachfrage nach den Aktien ebenfalls gut getan hat.

Anteilseigner vor allem aus Nordamerika

Die künftigen Anteilseigner der Opel-Mutter sitzen künftig vor allem in den USA und Kanada. Die Investoren stammten mehrheitlich aus Nordamerika, sagte GM-Chef Dan Akerson in einem CNBC-Interview. Der 62-Jährige hat den Konzern nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens übernommen. Beteiligten zufolge gehen mehr als 90 Prozent der Anteile an Investoren aus dieser Region. Auf größere Anlagefonds aus dem Nahen Osten und Asien sowie andere institutionelle Anleger aus dem Ausland würden weniger als fünf Prozent des Gesamtvolumens des Börsengangs entfallen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

US-Präsident Barack Obama lobte den Börsengang als Meilenstein in der kurvenreichen Geschichte des Traditionskonzerns. Zugleich feierte er ihn als Erfolg für die "gesamte amerikanische Autoindustrie". In Deutschland reagierten die Opel-Mitarbeiter aber eher verhalten gegenüber dem Börsegang - dieser komme nach Einschätzung der Gewerkschaft zu früh. Der Börsegang verschärfe zudem den wirtschaftlichen Druck auf das Europageschäft, ist sich der Bezirksleiter der IG Metall in Frankfurt, Armin Schild, sicher. Es stelle sich die Frage, ob das Unternehmen den Anforderungen, die mit diesem Schritt verbunden seien, auch gewachsen sei. "Die Kapitalmärkte reagieren brutal, das wissen wir alle."

In den USA herrscht der Optimismus vor. Nach dem Vorbild der US-Sparte will GM-Boss Akerson auch Opel aus den roten Zahlen herausholen. Opel soll 2012 wieder rentabel sein, bekräftige er. (rom/Reuters, derStandard.at, 18.11.2010)