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Nokia marschiert im Alleingang am Smartphone-Markt weiter

Foto: Reuters

Nokia will seine sinkenden Marktanteile am Smartphone-Markt ohne fremde Unterstützung auffangen. Der Kurs trägt die Handschrift des frischgebackenen Nokia-Chefs Stephen Elop. Statt es mit Android zu versuchen, hält das Unternehmen weiterhin an Symbian und MeeGo fest.

Gegen Apple und Android

Nokia will Android und Apple von zwei Seiten angreifen: mit Symbian am Markt für Mittelklasse-Smartphones und MeeGo für Highend-Geräte. MeeGo hat bislang noch nicht den Markt erreicht, die ersten Geräte sollen Anfang 2011 erscheinen. Apps für beide Systeme können mit dem Cross Platform Application und UI Framework Qt geschrieben werden, um Entwicklern die Arbeit zu erleichtern. Das Betriebssystem soll auch auf anderen Geräten laufen, etwa Tablets. Bislang konnte der Hersteller keine glaubwürdigen Rivalen zu iPhone, iPad und Highend-Android-Handys auf den Markt bringen. Das Nokia N8 kann zwar seiner Hardware überzeugen, doch Symbian^3 reicht an die Konkurrenz-Systeme nicht heran.

Wieder Kontrolle über Symbian

Dass sich Nokia auf seine eigene Innovationskraft verlassen will, verdeutlichte die Ankündigung, Symbian in Zukunft ohne die Open Source-Community weiterentwickeln zu wollen. Nokia will ab April 2011 wieder die volle Kontrolle über das Handy-Betriebssystem erlangen, das der Hersteller vor allem für seine Mittelklasse-Smartphones einsetzt. Die EU will 22 Millionen Euro in die Weiterentwicklung von Symbian als "europäisches Handysystem" stecken. Die Zukunft von Symbian ist jedoch unklar, sollte MeeGo längere Zeit am Markt und auch erfolgreich sein.

Nokia-Handy mit Android

Dass Nokia Android einsetzen könnte, schlagen Beobachter schon seit längerem vor. Doch das Unternehmen hat diesen Weg bislang strikt abgelehnt. Das sei so, als ob man sich zum Aufwärmen im Winter in die Hosen pinkeln würde, ätzte vor kurzem Anssi Vanjoki, Nokias Noch-Chef der Smartphone-Abteilung. Analysten sind nicht sicher, dass ein derartiger Schritt Nokia tatsächlich helfen könnte. Das würde Milliarden-Investitionen Nokias in die Betriebssysteme, den eigenen Ovi-Store und Ovi Maps zunichtemachen, meint ein Gartner-Analyst gegenüber dem Wall Street Journal. Andere Beobachter zeigen sich zweifelnd, dass sich Nokia mit MeeGo alle nötigen Schritte unternimmt, um sich wieder stark zurück im Spiel melden zu können. (br)

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