Buenos Aires - In Argentinien sind dreizehn ehemalige Junta-Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur verurteilt worden. Drei der Angeklagten erhielten am Dienstag (Ortszeit) nach Justizangaben lebenslange Haftstrafen. In der Provinz Mendoza wurden ein ehemaliger Oberstleutnant und zwei frühere Polizeioffiziere zu lebenslanger Haft verurteilt. Ebenfalls in Mendoza erhielt ein Anwalt eine Gefängnisstrafe von acht Jahren.

In der Stadt La Pampa befand ein Gericht einen früheren Armeeoberst und vier Polizeioffiziere für schuldig, in einem Gefängnis inhaftierte Gegner der Militärregierung gefoltert zu haben. Alle fünf wurden zu 20 Gefängnis verurteilt. Drei weitere Junta-Angehörige verurteilte das Gericht wegen Vergehen in der Haftanstalt zu acht bis 14 Jahren Gefängnis.

Seit 2003 ein Amnestiegesetz für während der Diktatur begangene Verbrechen aufgehoben wurde, befasst sich die argentinische Justiz mit etlichen Fällen von Menschenrechtsverletzungen. Seit Oktober haben die Gerichte nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 780 Menschen angeklagt und 131 verurteilt.

Die Militärs hatten 1976 die Präsidentin Maria Estela (Isabel) Martinez de Perón gestürzt, die 1974 nach dem Tod ihres Mannes, Präsident Juan Perón, als Vizepräsidentin Staatschefin geworden. Unter der Militärherrschaft wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in Argentinien insgesamt 30.000 Menschen umgebracht oder verschwanden spurlos. (APA/AFP)