Wien - Karola Kraus, die neue Mumok-Chefin, weilt zwar schon in Wien. Es wird aber noch zehn Monate dauern, bis sie sich mit einer Ausstellung vorstellt. Denn ihr Vorgänger Edelbert Köb fixierte das Programm bis Ende Mai: Ab 4. März laufen die Personalen Florian Pumhösl und Tacita Dean, ergänzt durch einen Rückblick auf den Münchner Aktionsraum 1.

Und dann wird das Museum umgebaut. Kraus wünscht sich u. a. "ästhetische Korrekturen", wie sie bei ihrer Antrittspressekonferenz sagte. Während der Schließzeit gibt es bloß eine "Informationszelle" im Museumsquartier - und von Künstlern gestaltete Plakate im Stadtraum.

Am 10. September startet das Mumok mit einem neuen Logo (von Florian Pumhösl), einem neuen Multifunktionsraum (von Heimo Zobernig) und einem neuen Café (möbliert von einem noch nicht bekannt gegebenen Künstler) neu durch: In Anlehnung an Kaspar Königs Eröffnungsausstellung im Museum Ludwig Köln nennt Kraus ihre erste Schau Museum der Wünsche. In der Sammlungspräsentation werden Werke hängen, die Kraus sich (fürs Mumok) gerne schenken ließe.

Künftig soll es jährlich drei bis vier große Ausstellungen geben, die sich über mehrere Ebenen erstrecken und im Dialog mit der Sammlung stehen. Geplant ist u. a. eine Claes-Oldenburg-Retrospektive für das Frühjahr 2012.

  2011 neuerlicher Umbau

 Kraus hatte  am Mittwoch den Umfang der Umbauarbeiten im Sommer 2011 bekannt gegeben: Sanierung der Böden, zeitgemäßes Beleuchtungssystem,Verlegung des Cafés, Erweiterung des Museumsshop, neuer Multifunktionsraum. Das Mumok wurde erst 2001 eröffnet und bereits von Vorgänger Edelbert Köb adaptiert.

Die Umsetzung erfordert eine Schließzeit von 30. Mai bis 8. September, die Kosten betragen 3,2 Millionen Euro. Das Kulturministerium, das kein Geld für die Fusion von Volks- und Völkerkundemuseum zu einem Museum der Kulturen hat, steuert 2,7 Millionen Euro bei. Den Rest finanziert das Mumok über Eigen- und Drittmitteln. (trenk/ DER STANDARD, Printausgabe, 19. und 20./21. 11. 2010, red)