Wien - Das ebenso galante wie defizitäre Starensemble von Manchester United ist unter den Hammer gelangt. Laut Standard-Informationen hat der japanische IT-Konzern Epson den Fußballclub gekauft. Bisher stand die Mannschaft im Eigentum der amerikanischen Glazer-Familie, die aber unter der finanziellen Last des Verlustbringers ächzt. Erst diese Woche wurde bekannt, dass die Glazers 220 Millionen Pfund zur Entschuldung des Clubs aufgebracht haben sollen.

Doch auch nach der Teilentschuldung bleiben 526 Millionen Pfund aus einer heuer begebenen Anleihe an Verbindlichkeiten übrig. Dennoch stellte der Chef der alten Manu-Dachgesellschaft, Red Football Joint Venture Limited, David Gill, fest, dass die langfristige Finanzierungsstruktur gebe und die Einnahmenentwicklung positiv stimme. Dennoch hielten sich Gerüchte, dass ein Ausstieg vorbereitet wird. Das bestätigt sich nun: Epson hat bereits zu einer Pressekonferenz mit dem Titel Manu-Übernahme eingeladen.

Epson hat eine rund 40-jährige Geschichte der Sport-Sponsorschaft. Als Mitglied der Seiko-Gruppe war Epson vielfach bei olympischen Spielen offizieller Zeitmesser; Uhren und Zeitmessung sind eine Spezialität von Seiko. Seit 1997 stellte das Unternehmen Informationssysteme für große internationale Sportveranstaltungen her. Fußball ist derzeit einer der Schwerpunkte der Epson-Sportsponsorschaft in der Asiatischen Fußball-Vereinigung (AFC). In Europa ist Epson seit 2001 in der European Athletics Association als Sponsor tätig und liefert unter anderem ein Informationssystem für Kommentatoren, das historische Daten zu den Wettbewerben liefert. (as, spu, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 19.11.2010)