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Oft wird die Arzneimittel-Menge eigenmächtig geändert oder eine Therapie zu früh abgebrochen.

Foto: APA/Barbara Gindl

Düsseldorf - Zahlreiche Patienten gefährden ihre Gesundheit dadurch, dass sie Medikamente nicht wie von Ärzten verordnet einnehmen. Oft wird die Menge eigenmächtig geändert oder eine Therapie zu früh abgebrochen. Mitunter ist den Betroffenen die Einnahme aber auch einfach nur zu kompliziert oder sie nehmen die Präparate zu falschen Zeiten ein.

Verankerung in Tagesroutine

Abgesehen von den möglichen negativen Auswirkungen auf den Genesungsprozess kostet dieses Verhalten die Krankenversicherungen zusätzliches Geld, weil sich oft Komplikationen - sogar Todesfälle - ergeben können. Dem lässt sich laut US-amerikanischen Wissenschaftlern begegnen, indem die Patienten eine spezielle Schulung erhalten. In einer Studie der University of Missouri sind die Erkrankten von medizinischem Personal zunächst zu ihren individuellen Tagesabläufen befragt worden. Basierend darauf sind Pläne erarbeitet worden, um die Medikamenteneinnahmen fest in diesen Tagesroutinen zu verankern.  Wissen die Patienten darüber hinaus, wie die Medikamente wirken und welchen Nutzen sie daraus ziehen, ist das Bewusstsein für die Wichtigkeit der regelmäßigen Einnahme der Präparate in aller Regel höher.

Laut den Experten haben sich zudem elektronische Tablettendosen als gute Hilfsmittel erwiesen. Diese zeigen an, ob Medikamente ordnungsgemäß eingenommen worden sind. Die Auswertungen können bis zu einem Monat zurückreichen. Den Patienten in der Studie hat dies gefallen, weil sie so eine direkte Rückmeldung in Bezug auf ihr Verhalten hatten. Über die wissenschaftliche Untersuchung berichten die Experten nun im Fachmagazin "Clinical Transplantation". (sid)