London/England - Ein durch Escherichia coli-Bakterien verursachter Brechdurchfall-Infekt kann langwierige Folgen haben: Betroffene weisen ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Nierenprobleme und Herzkrankheiten auf, haben jetzt kanadische Forscher gezeigt.

Die Bakterienart Escherichia coli, abgekürzt E. coli, kommt bei Menschen und Tieren im Darm vor. Das Bakterium teilt sich sehr schnell, so dass sich andere, für den Körper schädliche, Mikroorganismen nicht ausbreiten können. Außerhalb des Darms jedoch kann E. coli Infektionen hervorrufen. Unter hygienisch nicht einwandfreien Verhältnissen können die Bakterien über Körperausscheidungen ins Wasser gelangen. Wird solches Wasser getrunken, entstehen oft schwere Magen-Darm-Infekte; Mediziner sprechen dann von einer Gastroenteritis.

Bluthochdruck und Nierenprobleme

Dass diese Erkrankungen nicht nur kurzfristig unangenehm sind, sondern auch Langzeitfolgen für die Gesundheit Erwachsener haben, belegen jetzt die Studienergebnisse aus Kanada: Verglichen mit Menschen, die keinen Brechdurchfall oder nur eine sehr milde Form der Erkrankung erlebt haben, hat sich bei Probanden mit stark ausgeprägten Symptomen langfristig ein 1,3 Mal höheres Risiko für Bluthochdruck entwickelt. Außerdem ist ihr Risiko für spätere Nierenprobleme durch den Brechdurchfall um das 3,4-fache gestiegen und die Gefahr von Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall um das 2,1-fache.

Diese Langzeitfolgen unterstreichen die Wichtigkeit einer hohen Hygiene, um Menschen mit nicht verseuchter Nahrung und Wasser zu versorgen. Über ihre Studienergebnisse berichten die Wissenschaftler im 'British Medical Journal'. (sid)