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Soldaten auf Patrouille in Conakry

Foto: Reuters/Penney

Nairobi/Conakry - In der westafrikanischen Republik Guinea wächst nach blutigen Übergriffen die Angst vor einer weiteren Eskalation. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagte am Freitag die Zunahme von Folter, willkürlichen Verhaftungen und Morden nach der Präsidenten-Stichwahl, die der langjährige Oppositionsführer Alpha Condé (73) überraschend gewonnen hat. Der am Mittwoch verhängte Notstand habe dem Militär und den Sicherheitskräften zusätzliche Vollmachten eingeräumt.

"Wenn die Behörden die willkürlichen Verhaftungen und die exzessive Gewalt des Militärs nicht sofort stoppen, droht sich die Lage noch weiter zu verschlechtern", warnte Amnesty-Experte Gaetan Mootoo. Zeugen hätten angegeben, das Militär habe auf unbewaffnete Demonstranten geschossen, darunter auch auf Jugendliche. Zuvor hatte bereits Andrew Stroehlein von der International Crisis Group in Brüssel Übergriffe des Militärs gegen Zivilisten beklagt und von mindestens zwölf Toten alleine in der Hauptstadt Conakry gesprochen. Wenn es der Armeeführung nicht gelinge, die Angriffe gegen wehrlose Zivilisten zu stoppen, drohe schwere ethnische Gewalt und eine Destabilisierung der Region.

Bei den ersten demokratischen Wahlen seit der Unabhängigkeit Guineas im Jahr 1958 hat nach dem vorläufigen Endergebnis Condé den Sieg davongetragen. Der ehemalige Regierungschef Cellou Dalein Diallo, der im ersten Wahlgang im Juni die meisten Stimmen erhielt, spricht von Wahlbetrug und will das Ergebnis vor Gericht anfechten. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse kam es zu Protesten von Diallos Anhängern von der Volksgruppe der Peul (Fulbe), der größten ethnischen Gruppe Guineas. Im Militär dominieren die Malinke, denen auch Condé angehört. (APA/dpa)