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Die Pike-River-Mine ist noch nicht lange in Betrieb. Die Eröffnung war für 2008 geplant, wurde jedoch durch technische Probleme um Monate verzögert

Foto: Reuters

Die Chance, dass die in der Pike-River-Mine auf der neuseeländischen Südinsel vermissten 29 Bergleute noch gesund geborgen werden können, ist am Sonntag weiter gesunken.

Ein Schwelfeuer im 2,3 Kilometer langen Zugangstunnel der Anlage in der Nähe der Stadt Greymouth hat jegliche Hoffnung auf eine baldige Rettung zunichtegemacht. Bereits zuvor hatten Bergungsmannschaften den Stollen wegen giftiger Methangase und der Möglichkeit weiterer Explosionen nicht betreten können. Die 29 Kumpel sind seit einer Explosion am Freitagnachmittag verschüttet - bisher ohne ein Lebenszeichen.

Mit jeder Stunde schwindet die Hoffnung und wächst die Verzweiflung in der Kleinstadt Greymouth. Am Sonntag wurden die Angehörigen der Vermissten erstmals zum Eingang der Mine gelassen, wo sie jede halbe Stunde über die Situation informiert werden. Doch wirkliche Neuigkeiten gibt es nicht. Mit jeder Minute sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Männer lebend geborgen werden können.

Technische Probleme vor Eröffnung

Die Pike-River-Mine ist noch nicht lange in Betrieb. Die Eröffnung war für 2008 geplant, wurde jedoch durch technische Probleme um Monate verzögert. Da die Mine in einem ökologisch sensiblen Naturgebiet liegt, war ihr Bau nur unter strikten Auflagen bewilligt worden. Die Kokskohle wird in 200 Metern Tiefe abgebaut, 800 Meter über dem Meeresspiegel. Belüftet wird die Anlage über einen 110 Meter langen Ventilationsschaft.(Urs Wälterlin aus Sydney, DER STANDARD Printausgabe 22.11.2010)