Stückweise kommt es an den Tag: Diese Budgetmaßnahmen sind großteils undurchdacht, handwerklich schlampig und treffen jene, die sich nicht oder kaum wehren können - oder jene, die in ihre Vorsorge investieren wollen.

Der oberösterreichische Psychosoziale Dienst meldet, dass er vermutlich 80 bis 100 Mitarbeiter kündigen muss. Die Subventionskürzungen treffen also wie gezielt psychisch Bedrohte, bei denen zwischen ihnen und dem Suizid oft nur der Betreuer steht. Psychisch Kranke haben weniger Chance auf einen ausgebildeten Gesprächspartner.

Inzwischen wird klar, dass die Kürzungen bei den nicht-universitären Forschungsinstituten mindestens ebenso sehr wie dem "Sparen" auch wissenschaftlichen Machtkämpfen dienen. Hochschulministerin Karl will (offenbar nach Einflüsterung durch ein paar universitäre Machtprofis (siehe auch Kolumne Bernd Marin) einfach ein paar Unabhängige in die Struktur der Unis zwangseingemeinden. So viel bei den "Einsparungen".

Bei den Steuererhöhungen gibt es nach derzeitigem Stand eine zweifache Besteuerung von Investmentfonds: Die (realisierten) Kursgewinne sollen zunächst beim Fonds selbst besteuert werden und dann noch einmal beim Anleger. Ob die eine Besteuerung gegen die andere gegengerechnet wird, ist unklar. Jedenfalls dürfte, wie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl sagt, "niemand mehr Fondsanteile kaufen". (RAU, DER STANDARD, Printausgabe, 23.11.2010)