London - Mit einer Demonstration der Stärke hat Roger Federer beim ATP-Tour-Finale in London Kurs Richtung Halbfinale genommen. Der vierfache Masters-Sieger aus der Schweiz fertigte am Dienstag den britischen Lokalmatador Andy Murray mit 6:4,6:2 ab und feierte seinen zweiten Sieg im zweiten Vorrundenspiel. Ob das schon den fixen Halbfinalplatz bedeutete, entschied sich erst am späten Abend. Bereits ein Satzgewinn David Ferrers gegen Robin Söderling reichte dafür.

Nach nur 76 Minuten war die einseitige Partie vor 17.500 Zuschauern in der ausverkauften O2-Arena vorbei, was aber nur zum Teil an Federers Auftritt lag. Mindestens gleich großen Anteil am klaren Resultat hatte Murray, der überhaupt nicht auf Touren kam. Von Beginn an landeten eine Vielzahl von Murrays Schlägen im Out. Der Aufschlag war genauso schwach wie das Returnspiel. Der ruhig und abgeklärt auftretende Federer ließ sich nicht zweimal bitten und lenkte die Partie schnell in gewünschte Bahnen.

"Ich habe schlecht serviert und retourniert", erklärte der Schotte seine Niederlage lapidar und ergänzte etwas später: "Wenn man die zwei wichtigsten Dinge im Tennis nicht korrekt macht, hat man gegen einen Spieler wie Federer keine Chance." Die Statistik untermauert Murrays Urteil. Nur 44 Prozent der ersten Aufschläge fanden den Weg ins Feld, bei 44 Versuchen gelangen ihm nur acht Punkte bei Aufschlag Federer.

"Er hat nicht sehr gut gespielt, was vielleicht auch an meiner Leistung lag. Ich war solide von Anfang bis Ende", freute sich Federer, der die letzten beiden Duelle gegen Murray in den Finalspielen der Masters-1000-Turniere von Toronto und Shanghai verloren hatte. Und er zeigte sich leicht verwundert: "Das ist ein bisschen seltsam. Andy ist ein toller Rückschläger, einer der besten, den wir in diesem Sport haben.

Für Roger Federer war trotz seines zweiten Sieges im zweiten Spiel der Aufstieg ins Halbfinale des ATP-Tour-Finales aber noch nicht sicher. Denn im zweiten Abendspiel setzte sich der Schwede Robin Söderling gegen David Ferrer aus Spanien mit 7:5,7:5 durch, womit der Schweizer im Duell mit Söderling am Donnerstag zumindest einen Satzgewinn benötigt, um sicher in die K.o.-Phase einzuziehen. (APA/dpa)