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bauMax legte einen erfolgreichen Start in der Türkei hin.

Foto: APA/Helmut Fohringer

Salzburg - Die niederösterreichische Baumarktkette bauMax hat eine neue Zielgruppe im Visier: Menschen, die mit Hammer, Bohrmaschine oder Fliesenschneider nicht umgehen können. Mittlerweile werden zehn Prozent des Umsatzes mit Nicht-Heimwerkern erzielt, sagte Martin Essl, Vorstandsvorsitzender der bauMax AG, am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Salzburg. Er kündigte an, dass am 8. Dezember die Filialen der Baumarktkette geschlossen bleiben. "Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter einen freien Tag haben", begründete Essl. Am 7. Dezember werde es einen Zehn-Prozent-Tag in den Filialen geben.

Vermittlung von Handwerksbetrieben

bauMax hat im Vorjahr mit "HausProfis" ein Service eingeführt, das Kunden Handwerksbetriebe vermittelt. Österreichweit kooperiert bauMax mit 350 Handwerksunternehmen. Außerdem wurden 80 mobile Projektberater etabliert, die auf die Baustellen fahren, um das Service für Nicht-Heimwerker auszubauen. In fünf Jahren sollen Kunden, die mit do-it-yourself nichts am Hut haben, ein Viertel des Umsatzes ausmachen, nannte Essl als Ziel.

Der Hintergrund: "Die Heimwerker von heute werden immer älter und würden ohne entsprechende Serviceleistungen als Kunden wegfallen", erklärte der bauMax-Chef. Waren nach dem Zweiten Weltkrieg noch fast alle Österreicher Heimwerker, liege der Anteil der Bevölkerung, die in Haus und Garten selbst Hand anlege, mittlerweile nur mehr bei 60 Prozent - Tendenz sinkend. "Die Computergeneration greift gar nicht mehr zum Hammer", sagte Essl. Deshalb habe man im Vorjahr beschlossen, nicht im Angebot von Produkten rund um das Bauen und Heimwerken zu verharren, sondern sich auch verstärkt der Montage und der Beratung anzunehmen. Der Trend geht zu Komplettbetreuungen von Bau- und Heimwerkerprojekten.

Sehr zufrieden ist Essl mit dem Start der Baumarktkette in der Türkei. In diesem Jahr wurden die ersten zwei Märkte eröffnet, in den kommenden Jahren sollen 30 Standorte aufgebaut und ein Umsatz von 600 Mio. Euro erzielt werden, sagte der bauMax-Chef. Für 2010 peilt das Familienunternehmen, das mit 149 Filialen in neun Ländern vertreten ist, einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro an. Im ersten Halbjahr erzielte bauMax in Österreich ein Umsatzwachstum von 2,2 Prozent auf 315 Mio. Euro, bis zum Jahresende sind 625 Mio. Euro (2009: 619 Mio. Euro) geplant.

Salzburg, wo im vergangenen Frühjahr ein neuer Mega-bauMax mit 13.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet wurde, habe sich gut entwickelt, berichtete Essl. Das Umsatzwachstum im Bundesland lag im ersten Halbjahr 2010 bei 4,5 Prozent auf 17,6 Mio. Euro. Nach Salzburg geht auch der internationale Essl-Sozialpreis, der 2011 zum vierten Mal vergeben wird. Der mit einer Mio. Euro dotierte Preis gehe an Almaz und Karlheiz Böhm für ihre Initiative "Menschen für Menschen", gab Essl bekannt. Mit dem Geld soll die Nutzung von Sonnenenergie bei Projekten in Äthiopien unterstützt werden. (APA)