Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist für die Vorgänge beim Terminalbau in Schwechat symptomatisch. Wiewohl bei Großprojekten verpflichtend vorgeschrieben, wurde eine solche zunächst nämlich nicht durchgeführt. Die zuständige Behörde des Großaktionärs Land Niederösterreich beschied 2001, dass keine UVP-Pflicht vorliege. Erst eine Bürgerinitiative erzwang 2006 über Einschaltung der EU-Kommission und eine nachträgliche Umweltprüfung samt Bericht - aber vorbei an den Anrainern.

Zum Missfallen des Rechnungshofs (RH) ging es auch im Flughafen drunter und drüber. Die Flughafen Wien AG konnte "keine stabile, durchgängige Projektorganisation gewährleisten; es fehlten Ressourcen zur Wahrnehmung der Bauherrenfunktion ..., und die 2008 durchgeführte Neuorganisation war weder effizient noch zweckmäßig". Das fiel auch der internen Revision (unter Vorstandsdirektor Gerhard Schmidt) auf, nützte aber nichts: Der beauftragte externe Gesamtprojektleiter bekam laut RH "keine Projektziele wie Kosten, Termine und Qualitäten" vorgeschrieben.

Bei den Verzögerungen - um mindestens viereinhalb Jahre - war das Management übrigens konsequent. Sie begannen laut RH bereits in der Planungsphase und lagen schlicht an "fehlendem Know-how der Flughafen AG". Beunruhigt hat das freilich nicht: Denn die Airportmanager haben "die terminlichen und monetären Auswirkungen" nichterbrachter Leistungen gar "nicht ausreichend erkannt", würdigt der RH. (ungra, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 25.11.2010)