Paris - Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin hat am Donnerstag vor einem Untersuchungsrichter in Paris in der so genannten Karachi-Affäre ausgesagt. Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen für ein französisches U-Boot-Geschäft in den 90er Jahren mit Pakistan.

"Er muss den Mut haben, bis zum Ende zu gehen und es nicht bei einfachen Unterstellungen zu belassen," forderte der Anwalt, der die Angehörigen der Opfer des Attentats von Karachi vertritt, vor der mehrstündigen Anhörung. In der pakistanischen Stadt waren 2002 elf Franzosen gestorben. Der Anschlag hängt möglicherweise mit dem Stopp der illegalen Zahlungen zusammen.

Am Freitag hatte Villepin gesagt, er habe den "sehr starken Verdacht", dass Geld aus dem U-Boot-Geschäft illegal nach Frankreich zurückgeflossen sein könnte. Es besteht der Verdacht, dass dieses Geld 1995 zur Finanzierung des Wahlkampfes des Präsidentschaftskandidaten Edouard Balladur eingesetzt worden sein könnte. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, ein Rivale Villepins, war damals Sprecher des Wahlkampfes von Balladur. (APA)